Notizbuch

Die sozialen Online-Netzwerke scheinen den Kurs der Stunde seit Jahren vorzugeben: Wer heute dazu gehören will, muss dort möglichst viele Erlebnisse, Gedanken, Erfahrungen mit anderen teilen. Das führt nicht nur bei Prominenten wie Kelly Osborne zu Blüten wie: "Memo an mich selbst: Keine Rüben mehr essen, davon muss ich furzen", berichtet Evelyn Röll in der "Süddeutschen Zeitung". Sie liefert auch die Einordnung ... weiter lesen

Ohne Furcht anders ("verschieden") sein können - das hatte Theodor W. Adorno in seiner Schrift "Minima Moralia" als "besseren Zustand" beschrieben. Ein ambitioniertes Ziel? Zweifellos, denn Adorno schrieb: "Eine emanzipierte Gesellschaft jedoch wäre kein Einheitsstaat, sondern die Verwirklichung des Allgemeinen in der Versöhnung der Differenzen. Politik, der es darum im Ernst ... weiter lesen

Frei nach Gilbert Keith Chesterton (1874 bis 1936) gibt es zwei Wege, mit dem In-die-Welt-geworfen-Sein umzugehen: "der eine ist, am Platz zu verharren", hat der englische Schriftsteller, der zum Katholizismus konvertierte, in seiner Apologie "Der unsterbliche Mensch" geschrieben. "Der andere ist, die ganze Erde zu umkreisen, bis man zu der gleichen Stelle zurückkehrt ... weiter lesen

"Die Flüchtlingsdebatte setzt inzwischen jede Art von freihändigem, durch keine Lektüre, Forschung, empirische Erfahrung oder auch nur durch zweites Nachdenken gebremstem Meinen frei" - so hat es Herausgeber Jürgen Kaube heute in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" über einen Vorschlag von Thomas Strothotte geschrieben. Dieser ist Präsident der "Kühne Logistics University" in Hamburg. Der als Computergrafiker zur sachkundigen Äußerung Prädestinierte forderte gestern in der Wochenzeitung ... weiter lesen

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Wie viele "Krisen" hat das 20. Jahrhundert gebracht? Unzählige - unabhängig davon, wie sie definiert, auf welchem Feld sie unter die Lupe genommen werden. Welche sind vor allem aus dessen ersten 80, 90 Jahren im Gedächtnis geblieben, jedenfalls noch immer oder immer wieder Gesprächsgegenstand? Die Kubakrise von 1962, gewiss. Letztlich aber: abgehakt, wenngleich ähnliche Bedrohungen nach wie vor denkbar sind. Auch die beiden Ölkrisen "kennt man noch". Doch sonst? Lange vorher die Marokkokrisen - was wir davon wissen, sind ausschließlich vermittelte (Er-) Kenntnisse, nichts aus erster Hand -, ähnlich wie bei der Sudetenkrise, der sich heute nur mehr die sterbende Erlebnisgeneration erinnert. Durchweg handelt es sich um außenpolitische, zwischenstaatliche Phänomene - anders als die Weltwirtschaftskrise. Doch taugt sie als Omen in unseren Tagen? Die letzten 15, 20, 25 Jahre ... weiter lesen