Tag Archives: Demokratie

Der Politikwissenschaftler Dr. Steven Schäller erforscht an der TU Dresden auch den Populismus. Foto: Bildermann.de

Der Politologe Dr. Steven Schäller erforscht an der TU Dresden auch den Populismus. Foto: Bildermann.de

DRESDEN. Das Schlagwort vom "Populisten" ist in aller Munde. Was den einen als selbstbewusster Ausweis von Volksnähe dient, verwenden andere gegen sie. Ein Gespräch mit dem Politologen Steven Schäller von der Technischen Universität Dresden über Freund-Feind-Denken auf beiden Seiten, das nur selten eine vorurteilsfreie Diskussion möglich macht.

Wer die öffentliche Debatte verfolgt, muss zu dem Schluss kommen: Populismus ist gefährlich. Warum?

Steven Schäller: Das liegt im Auge des Betrachters. Fakt ist, dass die umgangssprachliche Verwendung dieses Begriffs, gern mit dem Präfix "Rechts", meist darauf aus ist, zu diffamieren. Natürlich sind Wissenschaftler auch nur Menschen, die sich bei ihrer Arbeit, ähnlich wie Journalisten, oft schwertun, die eigene Einstellung außen vor zu lassen. Das ist das eine. Das andere: Den Populismus gibt es nicht, also gibt es auch nicht die eine ... weiter lesen

BERLIN/DRESDEN. Mario Keßler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Zeitgeschichtliche Forschung in Potsdam, hat mein Buch "Sigmund Neumann. Demokratielehrer im Zeitalter des internationalen Bürgerkriegs" (2015) besprochen.

Er schreibt: "Das vorliegende Buch [...] vermeidet aber zwei Hauptsünden mancher Doktorarbeiten: Sie ist nämlich angenehm knapp gehalten und so flüssig geschrieben ... weiter lesen

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Im Südwesten Sachsens ist die SPD längst tot. Zur Zeit Gerhard Wecks, Lothar Rathmanns und Hans Krollmanns war das noch anders - NS- und Kommunismusopfer sowie Oberbürgermeister der eine, der zweite später Rektor der Leipziger Karl-Marx-Universität und der dritte stellvertretender Ministerpräsident Hessens. Einst waren sie alle Kinder aus einfachen Verhältnissen, ... weiter lesen

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Wie viele "Krisen" hat das 20. Jahrhundert gebracht? Unzählige - unabhängig davon, wie sie definiert, auf welchem Feld sie unter die Lupe genommen werden. Welche sind vor allem aus dessen ersten 80, 90 Jahren im Gedächtnis geblieben, jedenfalls noch immer oder immer wieder Gesprächsgegenstand? Die Kubakrise von 1962, gewiss. Letztlich aber: abgehakt, wenngleich ähnliche Bedrohungen nach wie vor denkbar sind. Auch die beiden Ölkrisen "kennt man noch". Doch sonst? Lange vorher die Marokkokrisen - was wir davon wissen, sind ausschließlich vermittelte (Er-) Kenntnisse, nichts aus erster Hand -, ähnlich wie bei der Sudetenkrise, der sich heute nur mehr die sterbende Erlebnisgeneration erinnert. Durchweg handelt es sich um außenpolitische, zwischenstaatliche Phänomene - anders als die Weltwirtschaftskrise. Doch taugt sie als Omen in unseren Tagen? Die letzten 15, 20, 25 Jahre ... weiter lesen

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Dass sich Deutschland verändert - jetzt, von Grund auf, tiefgreifend - davon wird in diesen Tagen viel geschrieben. Was nichts Besonderes wäre, weil der Lauf der Dinge, erweist sich schon seit Monaten als Nährboden für Frohlocken auf der einen, Angst aber auf der anderen Seite - und viel Unsicherheit dazwischen. Mal schlägt sie zur einen aus, dann zur anderen Seite, kann noch ausschlagen. Um nichts Geringeres als die Wahreit geht es - jedenfalls, was dafür gehalten wird. Anders ist das Diktum von fehlender Objektivität in den "Systemmedien", von der "Lügenpresse" nicht zu verstehen. Was ist Lüge, ... weiter lesen