Tag Archives: Kunstgeschichte

Auf Schloss Rochsburg zeigt Restaurator Thomas Heinicke bis November die von ihm und seiner Frau kuratierte Ausstellung "Das geschundene Kunstwerk" - darunter auch die Lehne eines vormals im Besitz der Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt befindlichen Stuhles im Stile des Empire. Foto: Michael Kunze

Schloss Rochsburg zeigt die von Restaurator Thomas Heinicke und seiner Frau kuratierte Ausstellung "Das geschundene Kunstwerk" - darin auch die Lehne eines vormals im Besitz der aus Chemnitz stammenden Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt befindlichen Stuhles im Stile des Empire, den sie einst Heinickes Lehrer Hans Brockhage (1925-2009) vermachte. Foto: Michael Kunze

Schloss Rochsburg zeigt Kunstwerke, einige 500 Jahre alt, deren Präsentation andere Museen ablehnten: Die ab 13. April zu sehenden Stücke sind von Zeit, Mensch und Natur teils arg geschundene. Daraus aber erwächst ihre Kraft.

ROCHSBURG. Das Antlitz des Bischofs ist entzweit. Von der Mitra, der Bischofsmütze, über die Stirn, dann rechts der Nase hinab ... weiter lesen

Reges Interesse bei der Vernissage zur Ausstellung "Die Einsiedels und die Vogels" am 4. April 2019 auf Schloss Wolkenburg, nordwestlich von Chemnitz. Bis 18. August werden insbesondere Porträts gezeigt. Foto: Michael Kunze

Reges Interesse bei der Vernissage zur Ausstellung "Die Einsiedels und die Vogels" am 4. April 2019 auf Schloss Wolkenburg, nordwestlich von Chemnitz. Bis 18. August werden insbesondere Porträts gezeigt. Foto: Michael Kunze

Die einen malten, die andern kauften die Bilder – zwei Generationen hielt das ungewöhnliche Verhältnis zwischen der von den Wettinern geadelten Künstlerfamilie Vogel und den Grafen von Einsiedel. Eine vom Berliner Kunsthistoriker Gerd-Helge Vogel kuratierte Ausstellung auf Schloss Wolkenburg setzt es in Szene.

WOLKENBURG. Beinahe vierzig Ölgemälde, Kohlezeichnungen, Grafiken, dazu Dokumente zeigt die am Donnerstagabend auf Schloss Wolkenburg ... weiter lesen

Decodiert Ambrogio Lorenzettis Wandgemälde in der Sieneser Sala de la Pace eindrucksvoll: Patrick Boucherons im Berliner Wolff-Verlag erschienener Essay "Gebannte Angst - Siena 1338". Cover: Verlag

Decodiert Ambrogio Lorenzettis Wandgemälde in der Sieneser Sala della Pace eindrucksvoll: Patrick Boucherons im Wolff-Verlag erschienener Essay "Gebannte Angst - Siena 1338". Cover: Verlag

Die toskanische Stadt Siena birgt in ihrem Palazzo Pubblico ein epochales Wandbild, dessen politische Botschaft bis in die Gegenwart weist. Der Historiker Patrick Boucheron hat das sogenannte Fresko der Guten Regierung nun neu gedeutet. Was hat es uns heute zu sagen?

SIENA. Der amerikanische Politologe Francis Fukuyama war es, der mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion das "Ende der Geschichte" gekommen sah – und dafür Prügel bezog. Denn das von ihm vorausgesagte weltumspannende Friedenszeitalter aus dem Geiste von Liberalismus und Marktwirtschaft ist ausgeblieben. Ambrogio Lorenzetti sah schon vor 680 Jahren für derlei Euphorie keinen Anlass, als der Maler im Palazzo Pubblico der toskanischen Stadt Siena ein für die politische wie die Kunstgeschichtsschreibung epochales Werk schuf. Der französische Historiker Patrick Boucheron hat es nun neu gedeutet. Nicht nur Fachleuten ist es als allegorisches "'Fresko' der Guten Regierung" ein Begriff, obwohl es die "Schlechte" noch eindrücklicher beschreibt.

Der am Pariser Collège de France lehrende Autor hat die auf drei Wänden einer Ratsstube angebrachte, mittelaltertypisch reich codierte und so für heutige Betrachter nicht einfach zu "lesende" Arbeit, an der sich ... weiter lesen