{"id":1663,"date":"2015-09-06T20:33:31","date_gmt":"2015-09-06T20:33:31","guid":{"rendered":"http:\/\/michael-kunze.net\/category\/artikel\/?p=1663"},"modified":"2015-10-05T14:56:27","modified_gmt":"2015-10-05T14:56:27","slug":"dresdenstollberg-6-september-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/michael-kunze.net\/category\/artikel\/2015\/09\/06\/dresdenstollberg-6-september-2015\/","title":{"rendered":"Dresden\/Stollberg, 6. September 2015"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;<\/strong>Kriegen die mich?&#8220; Diese Frage geht mir seit heute Mittag nicht mehr aus dem Kopf, nach einer Premiere. Von Dresden aus, kurz vor der Autobahnauffahrt Altstadt, hatte ich einen Tramper mitgenommen &#8211; und fand mich ziemlich mutig dabei. Lachen Sie nicht! &#8222;Man wei\u00df ja nie, wer da ins Auto steigt&#8220;, damit konnte ich 15 Autofahrer-Jahre lang jeden noch so sehnsuchtsvollen Blick vom<!--more--> Stra\u00dfenrand schnell wieder vertreiben. Heute war es anders. Fragen Sie nicht nach einer Erkl\u00e4rung! Ich habe keine und lie\u00df den jungen &#8211; wie sich schnell herausstellte &#8211; Gitarrenbauer aus Pirna mit seinem riesigen Rucksackberg einsteigen. In Klingenthal sei er ausgebildet worden und nun auf dem Weg in eine Harfenwerkstatt. &#8222;Bei T\u00fcbingen.&#8220; Dann war ich dran, erz\u00e4hlte meine Geschichte knapp, noch immer skeptisch. Am &#8222;Auerswalder Blick&#8220;, nach einer Dreiviertelstunde Fahrt, wollte der junge Mann raus. &#8222;Auf Rastst\u00e4tten geht es am besten weiter&#8220;, meinte er wenige Kilometer vor meinem Fahrtziel und begr\u00fcndete das seine: Wiederholt habe er bislang feste Stellen abgelehnt, schaue daher mal da, dann hier, schlie\u00dflich dort nach einer beruflichen Perspektive. Denn s\u00e4mtlichen gefehlt habe, wonach er suche: die M\u00f6glichkeit zu Handarbeit durch und durch, Selbstbestimmung \u00fcber das eigene Tun, Kontrolle. Was ich mache &#8211; Angestelltendasein, von Zeit zu Zeit Sonntags- und Feiertagsarbeit, wie sich das im Journalismus schwer nur vermeiden l\u00e4sst -, sagte er voller Verst\u00e4ndnis, doch mit klarer Ablehnung, das sei nichts f\u00fcr ihn. Wenn er nicht zu wesentlich von ihm bestimmten Konditionen arbeiten k\u00f6nne, lasse er es. Ziehe in eine Kommune. Schraube seinen Lebensstandard herunter. &#8222;Unter kommt man immer, notfalls im Wald.&#8220; &#8222;Ernsthaft?&#8220;, fragte ich. &#8222;Ja, ja!&#8220; Dann lebe er von Wildkr\u00e4utern, da kenne er sich aus, und dem, was sich dort sonst noch so finde. &#8222;Ich brauche nur Wasser&#8220;, sagte der Handwerker. &#8222;Jedenfalls kommt f\u00fcr mich ein von der Schule bis zur Rente durchgetaktetes, fremdbestimmtes Leben nicht infrage. Die kriegen mich nicht&#8220;, erg\u00e4nzte der etwa Zwanzigj\u00e4hrige freundlich l\u00e4chelnd &#8211; und stieg aus. Wumms! Zu die T\u00fcr; und ich war mit meinen Gedanken allein. Ist das naiv oder ist das naiv &#8211; oder ist das &#8230;?<\/p>\n<p>[ratings]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Kriegen die mich?&#8220; Diese Frage geht mir seit heute Mittag nicht mehr aus dem Kopf, nach einer Premiere. Von Dresden aus, kurz vor der Autobahnauffahrt Altstadt, hatte ich einen Tramper mitgenommen &#8211; und fand mich ziemlich mutig dabei. Lachen Sie nicht! &#8222;Man wei\u00df ja nie, wer da ins Auto steigt&#8220;, damit konnte ich 15 Autofahrer-Jahre&hellip; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/michael-kunze.net\/category\/artikel\/2015\/09\/06\/dresdenstollberg-6-september-2015\/\"><span class=\"screen-reader-text\">Dresden\/Stollberg, 6. 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