{"id":2380,"date":"2017-08-05T12:18:16","date_gmt":"2017-08-05T12:18:16","guid":{"rendered":"http:\/\/michael-kunze.net\/category\/artikel\/?p=2380"},"modified":"2020-05-22T09:21:47","modified_gmt":"2020-05-22T09:21:47","slug":"wien-5-august-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/michael-kunze.net\/category\/artikel\/2017\/08\/05\/wien-5-august-2017\/","title":{"rendered":"Wien, 5. August 2017"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_2412\" aria-describedby=\"caption-attachment-2412\" style=\"width: 739px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2412 size-large\" src=\"http:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_8519-1024x682.jpg\" alt=\"Die Tasse vom Wiener Naschmarkt. Foto: Michael Kunze\" width=\"739\" height=\"492\" srcset=\"https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_8519-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_8519-300x200.jpg 300w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_8519-250x166.jpg 250w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_8519-624x416.jpg 624w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_8519-960x640.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 739px) 100vw, 739px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2412\" class=\"wp-caption-text\">Die Tasse vom Wiener Naschmarkt. Foto: Michael Kunze<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Wiener Naschmarkt ist ein Tummelplatz f\u00fcr die, die Bionade in ausgefallenen Geschmacksrichtungen suchen, das beste Hummus der Stadt, S\u00fc\u00dfkartoffeln und rote Oliven, T\u00fcrkischen Honig, Schalentiere, Champagner. Der Claim von Wohlstandsjugend, Genuss-Touristen, Flaneuren. Auch ich sa\u00df heute kurz in einem der Hotspots der Premium-Fressmeile, bei &#8222;Neni&#8220;, trotz Markise in br\u00fcllender Hitze, und <!--more-->l\u00f6schte meinen Durst mit einem Eistee. &#8222;Selbstgemacht&#8220;, beteuerte die Bedienung. Gef\u00fchlt im Minutentakt boten vom Wege aus junge M\u00e4nner mit mal fragendem Blick, dann zudringlicher Stimme Zeitungen zum Kauf an. Entnervt winkte ich ab, ein ums andere Mal. Bis ein Herr kam mit Rucksack in der einen, in der andern Hand aber einem leeren Pappkaffeebecher, mit dem er um eine Spende bat. Siebzig, achtzig Jahre war er alt und trug am Hals weithin sichtbar einen nach wie vor offenen Luftr\u00f6hrenschnitt. Der mit mir reist, steckte ihm einen Geldschein zu. Worauf der Herr wortlos seine Tasche abstellte auf den Stuhl am freien Nachbartisch, sie \u00f6ffnete und daraus eine alte, verschmutzte, mit Blumenmotiven bemalte Kaffeetasse hervorholte &#8211; &#8222;Kahla&#8220; stand auf der Unterseite und verwies auf ihre Herkunft von dem th\u00fcringischen Traditionsporzellanhersteller. Wie sie wohl an die Donau gekommen war? Ich wischte den Gedanken beiseite. Der Mann wollte die Tasse meinem Weggef\u00e4hrten \u00fcberreichen, zum Dank &#8211; dabei, wie zur Begr\u00fcndung auf seinen Hals weisend, in dem Sinne: Mir n\u00fctzt sie ohnehin nichts mehr. Ich kann nur noch mit Schmerzen trinken. Oder gar nicht? Mein Begleiter winkte erst ab, \u00fcberfordert von der unerwarteten Geste, w\u00e4hrend ich ihm bedeutete: Nimm sie, nimm sie an! Als Zeichen. Auf dem Wiener Naschmarkt.<\/p>\n<p>[ratings]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wiener Naschmarkt ist ein Tummelplatz f\u00fcr die, die Bionade in ausgefallenen Geschmacksrichtungen suchen, das beste Hummus der Stadt, S\u00fc\u00dfkartoffeln und rote Oliven, T\u00fcrkischen Honig, Schalentiere, Champagner. Der Claim von Wohlstandsjugend, Genuss-Touristen, Flaneuren. 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