{"id":4453,"date":"2025-01-16T07:55:24","date_gmt":"2025-01-16T07:55:24","guid":{"rendered":"https:\/\/michael-kunze.net\/category\/artikel\/?p=4453"},"modified":"2026-05-22T13:47:25","modified_gmt":"2026-05-22T13:47:25","slug":"italiens-norden-liegt-in-bayern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/michael-kunze.net\/category\/artikel\/2025\/01\/16\/italiens-norden-liegt-in-bayern\/","title":{"rendered":"Italiens Norden liegt in Bayern"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_4458\" aria-describedby=\"caption-attachment-4458\" style=\"width: 2560px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4458\" src=\"http:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1867-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"780\" srcset=\"https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1867-scaled.jpeg 2560w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1867-370x113.jpeg 370w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1867-1024x312.jpeg 1024w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1867-768x234.jpeg 768w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1867-1536x468.jpeg 1536w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1867-2048x624.jpeg 2048w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1867-300x91.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4458\" class=\"wp-caption-text\">Die Passauer Altstadt mit Dom, Veste Oberhaus (hinten) und ehemaliger, doppelt\u00fcrmiger Jesuitenkirche, von der Innstadt aus gesehen. Foto: Michael Kunze<\/figcaption><\/figure>\n<p>Passau bietet mehr als drei Fl\u00fcsse und steinerne Pracht &#8211; auf Besuch an einer Schnittstelle der Kulturen.<\/p>\n<p>PASSAU. Welcher ist der n\u00f6rdlichste Ort Italiens? Regensburg? Mit Geschlechtert\u00fcrmen, die tr\u00e4umen lassen von Bologna, Lucca, San Gimignano. Kommt die F\u00fcrstin hinzu, Torre e Tasso, die mit ihrer Italophilie nicht hinterm Berg h\u00e4lt. Dennoch sehne ich mich, um hierzulande dem Drang nach Licht und Leichtigkeit Richtung zu verschaffen, zuerst nach Passau,<!--more--> donauabw\u00e4rts, in den niederbayerischen S\u00fcdosten.<\/p>\n<p>Im Januar 1925 hat der Schriftsteller Max Zeibig (1889\u20131963), ein Sachse wie ich, die Stadt mit ihrer \u201efast s\u00fcdl\u00e4ndischen Heiterkeit\u201c in dem Buch \u201eDeutsche Wanderfahrt\u201c zu r\u00fchmen gewusst: \u201eVom Norden her\u201c, schrieb er, \u201erauschen die Tr\u00e4ume aus dem Bayerischen Wald, und im S\u00fcden zeichnen die Bergketten der Alpen ihre gro\u00dfartigen Linien an den klaren Horizont.\u201c<\/p>\n<p>Meinen ersten Eindruck gewonnen habe ich im Januar des Jahres 2001, mit dem \u201eEurocity\u201c angelandet auf dem Weg nach Freyung. Das Ziel des Sanit\u00e4ters im Friedensdienst hinter den Sieben Bergen war die Kaserne \u201eAm Goldenen Steig\u201c. Die letzten Kilometer wurden im Bus absolviert. Trotz acht und mehr Stunden auf Achse: Die Fahrt ward zum Erlebnis, besonders der vorletzte Abschnitt, den Fluss entlang. Nur die Kl\u00e4nge von Strau\u00dfens Donauwalzer fehlten.<\/p>\n<p>Eine Kitschfantasie? Weit gefehlt, so f\u00fchlte es sich an, nicht nur in der R\u00fcckschau. Irgendwann entfaltete die Stadt am Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz die Kraft in mir, regelm\u00e4\u00dfig zur\u00fcckzukehren an die aus verschiedenen Welten gespeiste St\u00e4tte: jener Bayern-\u00d6sterreichs oder \u00d6sterreich-Bayerns und der Italiens. Auch b\u00f6hmische Einfl\u00fcsse sind zu sp\u00fcren. Lassen sie sich voneinander trennen; w\u00e4re ein Versuch sinnvoll? Fragen, die eigener Betrachtung w\u00fcrdig w\u00e4ren. Jedenfalls: Es ist alles da \u2013 milde und schroffe H\u00fcgel; anspruchsvolle Architektur, wenn auch \u2013 Stichwort \u201eSan Gimignano\u201c \u2013 kaum des Mittelalters; zugewandte, kernige und zugleich kultivierte B\u00fcrger; die Lage der Siedlung, \u201elanggestreckt und (\u2026) fast eine Insel, wenn man vom Inn in die Donau einen Graben z\u00f6ge, denn die Entfernung des einen Flusses vom andern betr\u00e4gt kaum f\u00fcnfhundert Schritt\u201c. So schrieb es im Jahre 1444 Enea Silvio Piccolomini, der sp\u00e4tere Papst Pius II. (1405\u20131464). Kurz: Sehens- und Erfahrungsw\u00fcrdigkeiten f\u00fcr K\u00f6rper, Geist und \u2013 angesichts zahlloser geistlicher Orte \u2013 auch f\u00fcr die Seele.<\/p>\n<p>Jene Inselatmosph\u00e4re blieb mir zun\u00e4chst verborgen. Der Bus, der sich durch den Bayerischen Wald nach Freyung m\u00e4anderte, bog nur wenige hundert Meter jenseits des Bahnhofs, die Altstadt beiseitelassend, die Donau querend, sogleich gen Nordosten ab, aufs Land hinaus, hinein in den Wald.<\/p>\n<p>Erst nach und nach wuchs Neugier, Wartezeiten f\u00fcr kleine Expeditionen in die Stadt zu nutzen \u2013 ins Stammhaus der Konditorei Simon mit seinen Gew\u00f6lben am Rindermarkt. Den S\u00fcdostabschluss des gestreckten Platzes bildet neben dem Paulusbogen, der in r\u00f6mischer Zeit den Standort des \u00e4ltesten Stadttors markierte, die erh\u00f6ht angeordnete Stadtpfarrkirche. Der von Carlo Antonio Carlone \u2013 Stiftsbaumeister von Garsten, Seckau und Sankt Florian \u2013, entworfene Bau wurde 1678 fertiggestellt und ersetzte einen um 1050 geweihten Vorg\u00e4nger.<\/p>\n<p>Vis \u00e0 vis Topfen- oder Apfelstrudel, neben der ebenfalls am Platz befindlichen Spitalkirche St. Johannes mit Wurzeln im 12. Jahrhundert \u2013 das war ein kleines Gl\u00fcck und ist es geblieben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4457\" aria-describedby=\"caption-attachment-4457\" style=\"width: 1920px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4457\" src=\"http:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1876-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"2560\" srcset=\"https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1876-scaled.jpeg 1920w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1876-278x370.jpeg 278w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1876-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1876-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1876-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1876-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4457\" class=\"wp-caption-text\">Mit Strudel von der Konditorei Simon auf dem Rindermarkt &#8211; Blick auf Stadtpfarrkirche und Paulusbogen, links angeschnitten: die ehemalige Spitalkirche. Foto: Michael Kunze<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wer mit der Bahn anreist, folgt per pedes den Hinweisschildern in die Altstadt und steht irgendwann auf demselben Areal, ob ihn der Weg \u00fcber die Ro\u00dftr\u00e4nke f\u00fchrt oder den Heuwinkel. Die niederbayerische Capitale erinnert sich ihrer Vergangenheit noch in sprechenden Stra\u00dfennamen.<\/p>\n<p>Autofahrer parken zentrumsnah unter der Schanzlbr\u00fccke, unweit der sich wie Perlen einer Kette ans Ufer schmiegenden Donau-Kreuzfahrtschiffe, die hier festmachen und der Stadt G\u00e4ste in Scharen bescheren. Von da wie dort er\u00f6ffnen sich k\u00fcrzere oder ausgreifende Routen, sie zu erkunden: Eilige nehmen die Donaul\u00e4nde oder die Fritz-Sch\u00e4ffer-Promenade, Parallelen zur Ro\u00dftr\u00e4nke, dann den Donaukai, das Ufer entlang gen Osten: bis \u201eLand&#8217;s End\u201c, das in Passau \u201eOrtsspitze\u201c gehei\u00dfen wird. Hier flie\u00dft von Nordwesten die Donau heran, um sich mit dem von S\u00fcdwesten anstr\u00f6menden, oft kalkig-aufgeschl\u00e4mmten Inn zu vereinen. Aus dem Bayerischen Wald st\u00f6\u00dft die kleine, klare Ilz hinzu, die im Sommer zum Bad einl\u00e4dt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich geht es, vor\u00fcber am mittelalterlichen Schaiblingsturm, am Inn flussaufw\u00e4rts, wenn \u00dcberschwemmungen das nicht verhindern und den Uferweg unpassierbar machen. Das gilt auch f\u00fcr Platz und Stra\u00dfe vor dem urigen Rathaus mit vielen Hochwassermarken am Donauufer, von wo sich eine bezaubernde Perspektive er\u00f6ffnet auf die jahrhundertelang als Burg der F\u00fcrstbisch\u00f6fe genutzte Veste Oberhaus auf dem Georgsberg \u2013 mit wiederum bestem Panorama von dort \u00fcber die Stadt.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Inn: \u00dcber den Fluss hinweg gen S\u00fcden erhebt sich die Wallfahrtskirche \u201eMariahilf\u201c. Die ber\u00fchmte Stiege hinauf s\u00e4umen Mauern voller Votivtafeln. Sie zeugen von den seit 400 Jahren w\u00e4hrenden Bitt- und Dankg\u00e4ngen zu einem seinerzeit gestifteten Marienbild. Als 1683 die T\u00fcrken Wien belagerten, floh Kaiser Leopold nach Passau; t\u00e4glich betete er mit seiner Frau vor dem Andachtsbild um Beistand.<\/p>\n<p>Einmal auf der rechten Innseite, ist der Weg kurz zu dem Friedhof mit dem Grab eines der bedeutendsten S\u00f6hne j\u00fcngerer Stadtgeschichte: Reinhard Raffalts (1923\u20131976), des gro\u00dfen Deutschr\u00f6mers, der mit B\u00fcchern, Vortr\u00e4gen, Filmen, Radiobeitr\u00e4gen \u00fcber Italiens Geschichte, Kultur, Sprache und Religion \u2013 ohne \u00dcbertreibung \u2013 ein Millionenpublikum erreicht hat. In j\u00fcngerer Zeit wurde an solche Bande angekn\u00fcpft: Seit 2003 ist \u2013 der \u00f6rtlichen Deutsch-Italienischen Gesellschaft sei Dank \u2013 das venezianische Montecchio Maggiore Passaus Partnerstadt.<\/p>\n<p>Im Schnelldurchgang, der \u00fcber Innkai und -promenade bis zur Marienbr\u00fccke absolviert werden kann, um dann, vorbei am Stadttheater und \u00fcber die Theresienstra\u00dfe, zur Schanzlbr\u00fccke zur\u00fcckzukehren, ist der Aufstieg zu Kirche und Friedhof nicht zu schaffen.<\/p>\n<p>Passau ist nichts f\u00fcr Eilige. Disponieren Sie schon auf dem Rindermarkt um oder am Donauufer und nehmen nach dem Paulusbogen den Steinweg, um die wenigen Schritte zum Domplatz zur\u00fcckzulegen. Im Palais Lamberg wurde 1552 der Passauer Vertrag ausgehandelt, der den Augsburger Religionsfrieden vorbereitete.<\/p>\n<p>Erst mit etwas Abstand von der Kathedrale, beim Denkmal f\u00fcr den bayerischen K\u00f6nig Max I. Joseph, l\u00e4sst sich die einstige Bedeutung der vielfach untersch\u00e4tzten Stadt bei der Schau nach der gewaltigen Fassade erahnen. Der Ulmer Martin Zeiller, der f\u00fcr den bekannten Kupferstecher und Verleger Matth\u00e4us Merian den \u00c4lteren Texte schrieb, nannte Passau 1632 \u201ealt, ber\u00fchmt und bisch\u00f6flich\u201c.<\/p>\n<p>Dabei erahnen Betrachter auf Anhieb nichts, was in fr\u00fche Jahre der Stadt zur\u00fcckreicht. Br\u00e4nde haben sie versehrt. W\u00e4hrend der Chor des Domes vom an dessen Ostseite grenzenden Residenzplatz aus, einem der sch\u00f6nsten Pl\u00e4tze S\u00fcddeutschlands, noch gotische Formen aufweist, tr\u00e4gt Passau seit dem Feuer von 1662 dank Baumeistern wie Carlo Lurago oder Carlone weithin barocke Kleider. Das gilt erst recht f\u00fcr den 102 Meter langen Dom, Bischofskirche des 739 vom heiligen Bonifatius errichteten Bistums. Er birgt den gr\u00f6\u00dften barocken Kirchenraum n\u00f6rdlich der Alpen und die gr\u00f6\u00dfte Domorgel der Welt. Genau besehen, handelt es sich um das Arrangement mehrerer Instrumente.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4460\" aria-describedby=\"caption-attachment-4460\" style=\"width: 2560px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4460\" src=\"http:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1857-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1233\" srcset=\"https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1857-scaled.jpeg 2560w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1857-370x178.jpeg 370w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1857-1024x493.jpeg 1024w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1857-768x370.jpeg 768w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1857-1536x740.jpeg 1536w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1857-2048x987.jpeg 2048w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_1857-300x145.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4460\" class=\"wp-caption-text\">Auch unter wolkenverhangenem Himmel reizvoll: der Passauer Residenzplatz mit einstiger Bischofswohnung (links), Dom und Wittelsbacherbrunnen (neben den Schirmen). Im neubarocken Stil von 1904 bis 1906 aufgef\u00fchrt, liegt diesem ein Entwurf des Bildhauers Jakob Bradl (1864-1919) zugrunde. Foto: Michael Kunze<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Di\u00f6zese \u2013 wir erinnern uns an Zeillers Worte \u2013 reichte im Mittelalter mit 42.000 Quadratkilometern Fl\u00e4che bis an Ungarns Westgrenze, schloss Wien ein. Es war die gr\u00f6\u00dfte im Reich, und es ist kein Zufall, dass die in der \u00f6sterreichischen Hauptstadt befindliche Kathedrale das gleiche Patrozinium aufweist wie der Dom der Dreifl\u00fcssestadt.<\/p>\n<p>Aus diesem heraus m\u00f6gen samstags der Wochenmarkt oder jederzeit Wirtsh\u00e4user und Caf\u00e9s locken, in denen gewiss eines der guten Passauer Biere ausgeschenkt wird. Ich verlasse die Stadt indes nie ohne Besuch im Antiquariat Henke, dem Dom schr\u00e4g gegen\u00fcbergelegen. Mehr als f\u00fcnfzig Jahre lang f\u00fchrte der Gr\u00fcnder diese Fundgrube f\u00fcr Wahres, Sch\u00f6nes und Gutes. Nun haben Witwe und Tochter \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend jedoch im Touristentrubel kaum eine Rast Gelegenheit bietet f\u00fcr Sammlung \u2013 wie in Wien: erst recht nicht der Dom \u2013, sind es, an der m\u00e4chtigen Jesuitenkirche vor\u00fcber, nur wenige Minuten Fu\u00dfweg zum einstigen Kloster Niedernburg. Bis 2017 war die agilolfingische Gr\u00fcndung des 8. Jahrhunderts f\u00fcr knapp 200 Jahre Heimstatt der Englischen Fr\u00e4ulein, die das Kloster aufgegeben haben. Des Kaisers Heinrich II. Tante war hier \u00c4btissin, sp\u00e4ter seine Schwester Gisela, Witwe Stephans des Heiligen von Ungarn. Die dreischiffige Pfeilerbasilika stellt, trotz Erg\u00e4nzungen in Gotik und Barock, Passaus gr\u00f6\u00dftes romanisches Bauwerk dar.<\/p>\n<p>Der Mensch lebt nicht von Brot allein oder bayerischem Strudel, erst recht nicht von der Schau steinerner und doch verg\u00e4nglicher Pracht. Mag die Unruhe im bei Fr\u00fchlingstemperaturen einsetzenden Gewimmel noch so gro\u00df sein \u2013 hier, am Grab der seligen Gisela, fand ich in zwei Dutzend Jahren stets Stille vor, Einkehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Passau bietet mehr als drei Fl\u00fcsse und steinerne Pracht &#8211; auf Besuch an einer Schnittstelle der Kulturen. PASSAU. Welcher ist der n\u00f6rdlichste Ort Italiens? Regensburg? Mit Geschlechtert\u00fcrmen, die tr\u00e4umen lassen von Bologna, Lucca, San Gimignano. Kommt die F\u00fcrstin hinzu, Torre e Tasso, die mit ihrer Italophilie nicht hinterm Berg h\u00e4lt. 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