{"id":4509,"date":"2025-11-27T06:42:37","date_gmt":"2025-11-27T06:42:37","guid":{"rendered":"https:\/\/michael-kunze.net\/category\/artikel\/?p=4509"},"modified":"2026-05-22T13:46:44","modified_gmt":"2026-05-22T13:46:44","slug":"ein-fluss-der-leonardo-und-sankt-martin-verbindet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/michael-kunze.net\/category\/artikel\/2025\/11\/27\/ein-fluss-der-leonardo-und-sankt-martin-verbindet\/","title":{"rendered":"Ein Fluss, der Leonardo und Sankt Martin verbindet"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<figure id=\"attachment_4516\" aria-describedby=\"caption-attachment-4516\" style=\"width: 2560px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4516\" src=\"http:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7158-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1920\" srcset=\"https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7158-scaled.jpeg 2560w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7158-370x278.jpeg 370w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7158-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7158-768x576.jpeg 768w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7158-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7158-2048x1536.jpeg 2048w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7158-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4516\" class=\"wp-caption-text\">Wie Gott in Frankreich &#8211; im Schlossgarten von Villandry. Foto: Michael Kunze<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gleich einer Perlenkette reihen sich zahllose Schmuckst\u00fccke zu beiden Seiten der Loire aneinander. Sie zeugen von Geltungsdrang, Lebenslust und tiefer Gottesbeziehung.<\/p>\n<p>REIMS\/TOURS\/NANTES. Wer wie wir von Nordosten ins Franzo\u0308sische hineinfa\u0308hrt, kann beinahe nicht anders, als in Reims und Chartres haltzumachen, selbst wenn das geographische Ziel der Reise Hunderte Kilometer entfernt liegt. Gilt die Rede vom Weg als Ziel etwas, dann in solcher Hinsicht. Wir mu\u0308ssen <!--more--> uns diesen Gebirgen aus Stein aussetzen, den Kathedralen beider Orte und der Basilika Saint-Remi. Wa\u0308hrend die Reimser Kathedrale umringt steht von Menschenscharen und Baumaschinen an der Fassade rattern, liegt die keine zwei Kilometer entfernte, einstige Abteikirche im Stillen. Beide sind im Ersten Weltkrieg von deutschem Beschuss schwer versehrt worden. An Saint-Remi rekonstruierte man 40 Jahre.<\/p>\n<p>Einem der Geba\u0308ude den Vorzug zu geben, fa\u0308llt schwer. Schon im 7. Jahrhundert ist fu\u0308r den Vorga\u0308ngerbau von Saint-Remi ein Benediktinerkonvent bezeugt. Das Patrozinium ehrt den Franken-Apostel, der im Chor ruht. Mit Karlmann ist ein Bruder Karls des Gro\u00dfen hier bestattet, zudem der Karolinger Ludwig IV., sein Sohn Lothar. 1049 hat Papst Leo IX. die heutige Kirche geweiht. Mit seinen farbigen Fenstern verzu\u0308ckt der fru\u0308hgotische Umgangschor. Jahrhundertelang wurde in der zur Revolution aufgehobenen Abtei das O\u0308l zur Salbung der Ko\u0308nige aufbewahrt. Am 7. Mai 1945 unterzeichneten die Deutschen in General Eisenhowers Reimser Hauptquartier die Kapitulation. 1962 trafen Charles de Gaulle und Konrad Adenauer in der Stadt in gro\u00dfer Verso\u0308hnungsgeste zusammen; Fotografien in der Kathedrale erinnern daran. Uns geht ein Schauer u\u0308ber den Ru\u0308cken.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4511\" aria-describedby=\"caption-attachment-4511\" style=\"width: 2560px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4511\" src=\"http:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_6739-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1920\" srcset=\"https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_6739-scaled.jpeg 2560w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_6739-370x278.jpeg 370w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_6739-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_6739-768x576.jpeg 768w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_6739-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_6739-2048x1536.jpeg 2048w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_6739-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4511\" class=\"wp-caption-text\">Im Chor der Reimser Basilika Saint-Remi ruht der Franken-Apostel, unter dessen Patrozinium sie steht. Vierzig Jahre lang dauerte nach Zerst\u00f6rungen durch deutschen Beschuss im Ersten Weltkrieg der Wiederaufbau der Kirche. Foto: Michael Kunze<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch die Kathedrale hat etwas Beto\u0308rendes. Was ist zu erwa\u0308hnen? Der u\u0308berreiche Figurenschmuck innen wie au\u00dfen, am beru\u0308hmtesten der la\u0308chelnde Engel, Chagalls Fenster, das erste vollentwickelte Ma\u00dfwerk der Architekturgeschichte, die einstige Domschule, die mit dem Mathematiker Gerbert von Aurillac (spa\u0308ter Papst Silvester II.) oder Bruno von Ko\u0308ln gro\u00dfe Lehrer gesehen hat. Letztlich indes taugen summarisch vorgetragene Fakten wenig, um die Bedeutung dieser Ha\u0308user zu fassen. Entscheidend bleibt, dass sich in ihnen Menschen von Gottes Geist anru\u0308hren lassen.<\/p>\n<p>Wir fahren nach Chartres. Beim Eintritt in die Kathedrale kommt uns der Bischof aus der Krypta entgegen, umgeben von einem Kamerateam \u2013 wie sich herausstellt: aus Amerika. Der Bildhauer Auguste Rodin hat die Kirche als \u201eAkropolis Frankreichs\u201c bezeichnet. Von nah und fern stro\u0308men Wallfahrer und Touristen ihr zu. Die Amerikaner treffen wir auf dem Vorplatz wieder. Einer nach dem andern sinkt vor dem Bischof auf die Knie und erbittet zum Abschied den Segen. Aus unserer Gruppe sieht es einer, macht drei Spru\u0308nge und tut es ihnen gleich. Tagelang wird er von diesem Erlebnis, das noch vor wenigen Jahrzehnten der Form nach das \u00dcbliche gewesen ist, berichten. Als \u201eBischof war er immer und zuerst zum Segnen bereit, das war seine eigentliche Funktion\u201c. An Martin Mosebachs Worte aus \u201eDie 21\u201c denken wir, wa\u0308hrend es na\u0308her hinan geht an die Loire. Mit mehr als 1000 Kilometern ist sie der la\u0308ngste Fluss Frankreichs, der sich vom Zentralmassiv gen Norden wendet und bei Orle\u0301ans gen Westen, um bei Saint-Nazaire in den Atlantik zu mu\u0308nden. Dazwischen: altes, u\u0308berreiches Kulturland, an dem uns das sich sanft windende Nass naturbelassen und fu\u0308r Schifffahrt wenig tauglich erscheint, dafu\u0308r als Paradies fu\u0308r Vo\u0308gel und Fische.<\/p>\n<p>Als na\u0308chstes nehmen wir Quartier in Noizay, umgeben von Wald und Weinreben, zehn Kilometer o\u0308stlich von Tours. Die <span style=\"font-size: 1rem;\">einstige Abtei von Frontevraud, Grablege der englischen Ko\u0308nige Richard Lo\u0308wenherz und seines Vaters, Heinrichs II., dazu der schillernden Mutter und Gattin, Eleonores von Aquitanien, lassen wir beiseite; wir sind schon dort gewesen.<\/span><\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><strong>Am Alterssitz von Leonardo da Vinci<\/strong><\/p>\n<p>Die Schlo\u0308sser von Chambord, Blois und Amboise mit den vermuteten Gebeinen des Universalgenies Leonardo da Vinci (man wei\u00df es nicht sicher) sind Magnete \u2013 daran kommen wir nicht voru\u0308ber. Wa\u0308hrend die Anlage von Blois innen entta\u0308uscht \u2013 wenig alte Ausstattung, gro\u00dfer Andrang \u2013, ist der a\u0308u\u00dfere, Stadt und Landschaft pra\u0308gende Eindruck ein gro\u00dfer. Amboise wartet mit historischem Interieur auf. Das weite Plateau, auf dem der Bau steht, bietet gute Schau u\u0308ber Stadt und Loiretal. Unten, im Ort, steht da Vincis Wohnhaus: Le Clos Luce\u0301. Hier hat der Meister seine letzten Jahre verbracht. Er starb 1519 laut Giorgio Vasari in den Armen des Ko\u0308nigs. Der hielt sich seinerzeit allerdings nicht in Amboise auf. Man liest es dennoch gern.<\/p>\n<p>Generationen von Potentaten und Gelehrten haben sich mit Schlo\u0308ssern an der Loire verewigt. Unmo\u0308glich, sie selbst in wochenlangen Streifzu\u0308gen alle zu besichtigen. Wir haben acht Tage. Das u\u0308ber den Cher errichtete Chenonceau muss sein. Gleiches gilt fu\u0308r Villandry und den mit beispiellosem Aufwand gepflegten Schlossgarten. Drei gewaltige Parterres sind es, verbunden mit Treppen und Rampen. Darauf: geometrisch geschnittene Beete voller Ornamente, von Blumen gefu\u0308llt, Brunnen, ein barocker Wassergarten, dazu einer fu\u0308r Gemu\u0308se, den der spanische Arzt Carvallo, der das Anwesen 1906 erwarb, besonders gescha\u0308tzt haben soll.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich fahren wir nach Azay-le-Rideau. Balzac hat die Anlage im Roman \u201eDie Lilie im Tal\u201c einen geschliffenen Diamanten gehei\u00dfen. Nicht wenige halten das von Wasser umgebene Schloss, das nie einem <span style=\"font-size: 1rem;\">Ko\u0308nig geho\u0308rte, fu\u0308r das scho\u0308nste der Renaissance in der Region. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1rem;\">Der Sonntag geho\u0308rt Tours. Die Messe in der Kathedrale voll junger Leute \u2013 Zeichen fu\u0308r jene Taufen und Konversionen, von denen aus Frankreich berichtet wird? Auch vor dem Grab von Sankt Martin a\u0308hnliche Bilder. Auf den in der Revolution untergegangenen Vorga\u0308ngerbau, Vorbild fu\u0308r Santiago de Compostela, folgte der heutige in romanisch-byzantinischem Stil, errichtet bis 1902. Fu\u0308r uns Fu\u0308gung: Knapp 1300 Kilometer von der Heimat steht unverabredet ein Bekannter vor dem Eingang zur Krypta. Der Heilige, der selbstlos seinen Mantel mit dem Bettler teilte, bleibt Identifikationsfigur. Unza\u0308hlige Votivtafeln, auch aus Deutschland, ku\u0308nden davon. Wir halten betend inne, dass all die Ablenkungen und Verz\u00fcckungen uns nicht blind und taub machen m\u00f6gen gegen\u00fcber dem Leid auch in unseren Tagen.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_4524\" aria-describedby=\"caption-attachment-4524\" style=\"width: 1920px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4524\" src=\"http:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7178-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"2560\" srcset=\"https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7178-scaled.jpeg 1920w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7178-278x370.jpeg 278w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7178-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7178-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7178-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7178-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4524\" class=\"wp-caption-text\">Am Grabe des Heiligen Martin von Tours. Foto: Michael Kunze<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p>Diese Gegens\u00e4tze! \u00dcber Saumur geht es nach Nantes, in die einstige Hauptstadt der Bretagne: <span style=\"font-size: 1rem;\">eine quirlige, junge Gro\u00dfstadt, in der die Synthese aus Alt und Neu geglu\u0308ckt zu sein scheint. Der Dom &#8211; keine T\u00fcr l\u00e4sst sich \u00f6ffnen &#8211; wird saniert, im Zentrum ansonsten ein fu\u0308r Auswa\u0308rtige kaum durchdringliches Einbahnstra\u00dfen- und Baustellengewirr. Am Stadtrand empfa\u0308ngt uns Henri Ducellier auf Cha\u0302teau de Thouare\u0301. 1565 hat es Ko\u0308nig Karl IX. besucht. Die Familie des Philosophen Descartes war mit dem Schloss verbunden. In einem ma\u0308chtigen Rundturm nehmen wir Wohnung, umgeben von Barockmo\u0308beln und einer ansehnlichen Bibliothek. Monsieur Ducellier, einst erfolgreicher Industriemanager und Besitzer des Schlosses, versieht uns mit Ausflugstipps. Er bereitet das Fru\u0308hstu\u0308ck zu, empfiehlt die scho\u0308nste Brasserie Frankreichs. \u201eLa Cigale\u201c (die Grille) mit u\u0308ppigem Innendekor aus dem U\u0308ber<\/span><span style=\"font-size: 1rem;\">gang vom Historismus zum Jugendstil sei jedoch nie ein Geheimtipp gewesen. Das Lokal ist zwar abends immerzu ausgebucht, doch der oft fru\u0308her als Franzosen aufschlagende Deutsche hat einen Vorteil.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_4526\" aria-describedby=\"caption-attachment-4526\" style=\"width: 1920px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4526\" src=\"http:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7217-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"2560\" srcset=\"https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7217-scaled.jpeg 1920w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7217-278x370.jpeg 278w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7217-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7217-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7217-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/michael-kunze.net\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_7217-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4526\" class=\"wp-caption-text\">Die sch\u00f6nste Brasserie Frankreichs: \u201eLa Cigale\u201c in Nantes (vor dem allabendlichen Ansturm). Foto: Michael Kunze<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p>Wir machen den unvermeidlichen Abstecher zum Atlantik. Ducellier hatte zwar von La Baule-Escoublac, dem beru\u0308hmtesten Badeort weit und breit, abgeraten. Nach dem Krieg hat die historische Substanz in der ersten Reihe Bettenburgen Platz machen mu\u0308ssen. Wir fahren dennoch, da die Wasserqualita\u0308t stimmt. Ganz in der N\u00e4he muss man wegen Bakterienbefalls im Wasser mit Strandsperrungen rechnen.<\/p>\n<p><strong>Das einzige erhaltene karolingische Mosaik<\/strong><\/p>\n<p>Ist\u2019s am scho\u0308nsten, soll man weiter. Zwei Orte haben wir 370 Kilometer stromaufwa\u0308rts bei der Anfahrt beiseite gelassen. Den Anfang macht Germigny-des-Pre\u0301s. Die a\u0308u\u00dferlich bescheiden wirkende Kirche scheint nichts mehr zu sein als der Ortsmittelpunkt, schrieb Wilfried Hansmann. Dabei gebu\u0308hre ihr in der europa\u0308ischen Architekturgeschichte hoher Rang. Theodulf von Orle\u0301ans, Kanzler Karls des Gro\u00dfen, Dichter und Bischof, hat den Zentralbau wohl 806 als Privatkapelle geweiht \u2013 mit dem einzigen aus karolingischer Zeit erhaltenen Mosaik. Es zeigt die Bundeslade, flankiert von Engeln; die Farben sind kra\u0308ftig. Theodulfs Villa ging verloren, das Gotteshaus hielt. Abseits gro\u00dfer Stra\u00dfen: Stille, die zur Rast einla\u0308dt. Das gilt auch fu\u0308r den Nachbarort Saint-Benoi\u0302t-sur-Loire, in dem sich eine gewaltige Abtei befindet, der Theodulf vorgestanden hat. Deren Kirche ist ein Meisterwerk der Romanik. Die Mo\u0308nche aber lagen jahrhundertelang im Streit mit Montecassino: u\u0308ber die Authentizita\u0308t der in der Krypta verehrten Gebeine von Ordensvater Benedikt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gleich einer Perlenkette reihen sich zahllose Schmuckst\u00fccke zu beiden Seiten der Loire aneinander. 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