Wenn Konservative heimatlos werden

Wenn Eli­ten nicht nach rechts inte­grie­ren, sin­ken die The­men, die dort lie­gen, auf den „sprach­lo­sen Grund des Unver­stan­de­nen“, der „nicht sel­ten braun“ sei, schreibt Ulrich Grei­ner. Und plä­diert für das Gegen­teil. Cover: Ver­lag

Der Jour­na­list Ulrich Grei­ner will Ver­ständ­nis dafür, dass Demo­kra­tie kom­pli­ziert ist – und dabei auf den Wett­streit zwi­schen bei­den Polen des poli­ti­schen Spek­trums ange­wie­sen.

BERLIN. Wo es Lin­ke, Pro­gres­si­ve gibt, muss es Rech­te, Kon­ser­va­ti­ve geben dür­fen – und sie müs­sen gleich­be­rech­tigt ver­nehm­bar sein im öffent­li­chen Dis­kurs. Davon ist Ulrich Grei­ner, frü­her Feuil­le­ton­chef der „Zeit“, über­zeugt. Die Rea­li­tät sei aber eine ande­re: Das poli­ti­sche Spek­trum jen­seits der Extre­mis­men, schreibt er in der Streit­schrift „Hei­mat­los. Bekennt­nis­se eines Kon­ser­va­ti­ven“, wer­de medi­al nicht mit glei­chem Maß­stab aus­ge­leuch­tet. Dabei bekennt der 72-Jäh­ri­ge, nie CDU noch Libe­ra­le gewählt zu haben, son­dern vor­ran­gig SPD und Grü­ne. Spät wur­de er kon­ser­va­tiv – und macht nun eine Ten­denz­wen­de aus in der Bun­des­re­pu­blik, die zuta­ge tre­te etwa in der Ent­ste­hung von Pegi­da oder AfD-Wahl­er­fol­gen.

Über­all Angst – nicht nur bei Anhän­gern der „Patrio­ti­schen Euro­pä­er“, auch in Par­tei­en und der „kom­men­tie­ren­den Klas­se in den Medi­en“, der er selbst ange­hör­te. Für letz­te­re ste­he die Macht auf dem Spiel, die in der Öffent­lich­keit gel­ten­den „Wenn Kon­ser­va­ti­ve hei­mat­los wer­den“ wei­ter­le­sen

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Zeitung: Neumann-Studie angesichts aktueller Lage „geradezu prophetisch“

2015 im Bebra Wissenschaft Verlag in Berlin erschienen: die erste biografische und werkbiografische Studie zu einem vergessenen Klassiker der deutschen Politikwissenschaft. Cover: Verlag
2015 im Bebra Wis­sen­schaft Ver­lag Ber­lin erschie­nen: die ers­te bio­gra­fi­sche und werk­bio­gra­fi­sche Stu­die zu einem ver­ges­se­nen Klas­si­ker der deutsch­spra­chi­gen Poli­tik­wis­sen­schaft. Cover: Ver­lag

CHEMNITZ. Die Chem­nit­zer Tages­zei­tung „Freie Pres­se“ hat Pas­sa­gen des vom Her­aus­ge­ber die­ser Inter­net­sei­te 2015 ver­öf­fent­lich­ten Buches „Sig­mund Neu­mann. Demo­kra­tie­leh­rer im Zeit­al­ter des inter­na­tio­na­len Bür­ger­kriegs“ „ange­sichts der aktu­el­len Nach­rich­ten­la­ge“ als „gera­de­zu pro­phe­tisch“ bezeich­net. Ron­ny Schil­der ver­gleicht in einem ganz­sei­ti­gen Arti­kel im Kul­tur­teil der Aus­ga­be vom 7. Mai 2016 die aktu­el­le poli­ti­sche Lage in Deutsch­land mit jener in der Zeit der Wei­ma­rer Repu­blik, mit der sich der in Leip­zig gebo­re­ne Poli­tik­wis­sen­schaft­ler und Dik­ta­tur­for­scher Sig­mund Neu­mann (1904 bis 1962) einst „Zei­tung: Neu­mann-Stu­die ange­sichts aktu­el­ler Lage „gera­de­zu pro­phe­tisch““ wei­ter­le­sen

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Wichtigstes Rezensionsportal der deutschsprachigen Historiographie bespricht Neumann-Buch

BERLIN/DRESDEN. Mario Keß­ler, wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter am Zen­trum für Zeit­ge­schicht­li­che For­schung in Pots­dam, hat mein Buch „Sig­mund Neu­mann. Demo­kra­tie­leh­rer im Zeit­al­ter des inter­na­tio­na­len Bür­ger­kriegs“ (2015) bespro­chen.

Er schreibt: „Das vor­lie­gen­de Buch […] ver­mei­det aber zwei Haupt­sün­den man­cher Dok­tor­ar­bei­ten: Sie ist näm­lich ange­nehm knapp gehal­ten und so flüs­sig geschrie­ben „Wich­tigs­tes Rezen­si­ons­por­tal der deutsch­spra­chi­gen His­to­rio­gra­phie bespricht Neu­mann-Buch“ wei­ter­le­sen

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Ideenhistorische Studie vorgelegt: Sigmund Neumann als Demokratielehrer

Obwohl heu­te selbst in Fach­krei­sen ver­ges­sen, zählt der 1933 auf­grund sei­ner jüdi­schen Her­kunft emi­grier­te His­to­ri­ker und Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Sig­mund Neu­mann (1904 bis 1962) zu den Pio­nie­ren der ver­glei­chen­den Dik­ta­tur- und Par­tei­en­for­schung. Der SPD nahe­ste­hend, rech­ne­te sich Neu­mann wie sei­ne berühm­ten Leh­rer Alfred Weber und Karl Mann­heim zu den Demo­kra­ten in Wei­mar, schätz­te wis­sen­schaft­lich aber auch sei­nen unter den Natio­nal­so­zia­lis­ten Kar­rie­re machen­den Leh­rer Hans Frey­er, der ihn metho­disch maß­geb­lich beein­fluss­te. Ange­sichts des „inter­na­tio­na­len Bür­ger­kriegs“ – ein Begriff, den Neu­mann ohne Ängs­te ver­wen­de­te – ver­stand er sich von Anfang an als Demo­kra­tie­leh­rer.

Die Stu­die rekon­stru­iert nun bei­des: einer­seits Neu­manns Leben in Deutsch­land bis zur Emi­gra­ti­on nach Groß­bri­tan­ni­en und in die USA sowie sei­ne Rei­sen zurück in die Hei­mat nach 1945 im Auf­trag der Ame­ri­ka­ner. Zum ande­ren gibt sie Auf­schluss über sei­ne Arbeit als Weg­be­rei­ter der kom­pa­ra­tis­ti­schen Poli­tik­wis­sen­schaft und ord­net die­se ein in den Stand der Wis­sen­schaft sei­ner Zeit, ohne den Blick auf Neu­manns Aktua­li­tät außer Acht zu las­sen.

Micha­el Kun­ze

Sig­mund Neu­mann: Demo­kra­tie­leh­rer im Zeit­al­ter des inter­na­tio­na­len Bür­ger­kriegs

be.bra wis­sen­schaft ver­lag, Ber­lin; Bio­gra­phi­sche Stu­di­en zum 20. Jahr­hun­dert, Band 4; 300 Sei­ten, gebun­den

ISBN 978–3‑95410–052‑1; erscheint Febru­ar 2015; Preis: 42 Euro

Ideen­his­to­ri­sche Stu­die vor­ge­legt: Sig­mund Neu­mann als Demo­kra­tie­leh­rer: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
4,88 von 5 Punk­ten, basie­rend auf 17 abge­ge­be­nen Stim­men.
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