Der im südwestsächsischen Werdau geborene Ernst Graner brachte es in Wien als Vedutenmaler zu einigem Renommee. Seine Bilder werden an der Donau noch immer rege gehandelt, wie das Schaufenster einer Kunsthandlung in vornehmer Lage zeigt. In seiner Geburtsstadt ist er hingegen vergessen. Foto: Michael Kunze
Längst ist der Künstler Ernst Graner an der Pleiße vergessen, dabei wurde er 1865 hier geboren. An der Donau, wo vor allem seine Aquarelle noch rege gehandelt werden, trägt gar eine Gasse seinen Namen „Aus dem sächsischen Werdau ins kaiserliche Wien“ weiterlesen →
Unterschätzt und bislang kaum beachtet: Eine kleine Studie stellt Unternehmerinnen in der DDR vor. Cover: Verlag.
Die DDR förderte berufstätige Frauen, jedoch nicht nur zur Gleichberechtigung. Ihre Arbeitskraft war dringend erforderlich. In welchem Zwiespalt sich dabei Unternehmerinnen befanden, zeigt eine neue Studie.
CHEMNITZ. Irmgard Fuhrmann, Ulrike Kaufmann und die 2010 verstorbene Eleonore Vogel hatten eines gemeinsam: Sie kämpften auch in der DDR „in einer von Männern dominierten Welt“. Damit waren sie zwar nicht allein. Die meisten Frauen mussten sich aber nicht „gegen das Leitbild des ‚Ausbeuters‘“ wehren. Diese Rolle, schreiben der Paderborner Wirtschaftswissenschaftler Peter Becker und der Politologe Sebastian Liebold von der TU Chemnitz, war unter ihnen den Unternehmerinnen vorbehalten. Unter dem Titel „Kleiner Markt im großen Plan – drei Unternehmerinnen in der DDR“ skizzieren die Forscher Leben und Arbeit der Querfurter Weinhändlerin Fuhrmann, der Inhaberin eines Chemnitzer Medizintechnikvertriebs, Kaufmann, und der Druckereibesitzerin Vogel aus Schwarzenberg unter „„Können Sie nicht Ihren Chef schicken?““ weiterlesen →
Obwohl heute selbst in Fachkreisen vergessen, zählt der 1933 aufgrund seiner jüdischen Herkunft emigrierte Historiker und Politikwissenschaftler Sigmund Neumann (1904 bis 1962) zu den Pionieren der vergleichenden Diktatur- und Parteienforschung. Der SPD nahestehend, rechnete sich Neumann wie seine berühmten Lehrer Alfred Weber und Karl Mannheim zu den Demokraten in Weimar, schätzte wissenschaftlich aber auch seinen unter den Nationalsozialisten Karriere machenden Lehrer Hans Freyer, der ihn methodisch maßgeblich beeinflusste. Angesichts des „internationalen Bürgerkriegs“ – ein Begriff, den Neumann ohne Ängste verwendete – verstand er sich von Anfang an als Demokratielehrer.
Die Studie rekonstruiert nun beides: einerseits Neumanns Leben in Deutschland bis zur Emigration nach Großbritannien und in die USA sowie seine Reisen zurück in die Heimat nach 1945 im Auftrag der Amerikaner. Zum anderen gibt sie Aufschluss über seine Arbeit als Wegbereiter der komparatistischen Politikwissenschaft und ordnet diese ein in den Stand der Wissenschaft seiner Zeit, ohne den Blick auf Neumanns Aktualität außer Acht zu lassen.
Nur weil viele Medien nicht mehr über die Demokratiebewegung in Hongkong berichten, bedeutet das nicht, dass dort jedes Engagement für mehr politische Teilhabe erstorben ist. Wer sich dafür einsetzt, lebt indes seit jeher vielerorts gefährlich – wie vor 1989 östlich des Eisernen Vorhangs. Dass es sich dennoch lohnt, Verantwortung zu übernehmen, zeigt der 9. November „Trotz mancher Parallele: 2014 ist nicht 1989“ weiterlesen →
Im Einklang mit sich und der Welt – obgleich er erlebte, wie sie aus den Fugen geriet: der Ostasienwissenschaftler Joachim Glaubitz im Chemnitzer Ortsteil Euba. Foto: Michael Kunze.
Joachim Glaubitz war Statist am Görlitzer Theater, studierte bei Ernst Bloch in Leipzig und ging dann in den Westen. Er leitete das Goethe-Institut in Tokio und beriet nach seiner Rückkehr deutsche Politiker und Industrielle wie Berthold Beitz. Seit 1996 lebt der Japanologe in Chemnitz-Euba – und feierte kürzlich seinen 85. Geburtstag.
Aus Katalonien ins Müglitztal: Jesús Zapata an einer CNC-Drehmaschine im Dohnaer Gewerbegebiet. Foto: Michael Kunze.
Was macht ein sächsischer Unternehmer, der kaum noch Mitarbeiter findet? Er stellt junge Spanier ein und kümmert sich um deren Integration. Dabei spielen Umarmungen und Fahrräder eine Rolle.
So typisch wie der Vogel Strauß für Südafrika ist, so untypisch steht das Land für den gesamten Kontinent. Südafrika hat mindestens so viele Einflüsse aufgenommen und Aderlässe ausgehalten wie der Strauß, der einst in Australien angesiedelt wurde, aber auf der Arabischen Halbinsel, in Westasien und nördlich der Sahara, wo er einst heimisch war, längst ausgerottet ist. Südafrika und der Strauß gehören zusammen: Unterkriegen lassen sich beide nicht.
Fotoausstellung 27.9. – 13.10.2013 Texte: Michael Kunze, Journalist und Autor (Dresden), Fotos: Jakob Gleisberg (Leipzig)
Sachsen ist eines der kleinsten deutschen Anbaugebiete. Obwohl es den Exotenstatus mittlerweile verloren hat, bleibt die Nachfrage wegen einiger Vorzeigegüter hoch. „Weinbau unter widrigen Umständen“ weiterlesen →
Das Chemnitzer Carillon stammt aus DDR-Zeiten. Die schwersten Glocken tragen das Staatswappen mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz – aber auch die Gravur „Libera nos, Domine“ – „Befreie uns, Herr“. „Das Geheimnis vom Rathausturm“ weiterlesen →