Weltenwanderer Hermann Broch

Kurz nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich ist der Schriftsteller Hermann Broch 1938 verhaftet und von Altaussee nach Bad Aussee abgeführt worden. Im Gefängnis hat er dieses Foto seinem Zellengenossen gewidmet. Foto: Literaturmuseum Altaussee

Wiederholt ist Hermann Broch für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen worden. Letztlich hat er, der sich nicht entscheiden konnte, ob er Wissenschaftler oder Literat sein wollte, nie einen Literaturpreis erhalten. Als Großer gilt er dennoch, zitiert, doch wenig gelesen. Eine Erinnerung zum 75. Todestag.

ALTAUSSEE/WIEN. Die Frage, wer Hermann Broch war, stellt sich längst; vielleicht hat sie sich immer gestellt. Großes Publikum nämlich hat der am 30. Mai 1951 vor 75 Jahren in New Haven (USA) verstorbene Schriftsteller, Spätberufener seines Fachs, nie gefunden. Dabei betörten die Hauptwerke des gebürtigen Wieners „Weltenwanderer Hermann Broch“ weiterlesen

Als Flaneur an der Donau

Das Café Prückel zählt zu den wenigen, die an der Wiener Ringstraße überlebt haben und zu den authentischsten Häusern der Innenstadt obendrein. Foto: Michael Kunze

Wo ist Wien zu finden; was macht es aus? Das hängt davon ab, was man sucht. Ein Spaziergang.

WIEN. Wien! „Wer die Stadt nennt“, schrieb Helmuth Burgert 1937, „hört einen Geigenton mitschwingen.“ Als wir uns am Tag nach Christi Himmelfahrt den Weg vom Frühstück im ehrwürdigen Café Prückel über die Wollzeile in die Stadt bahnen, tönen von Ferne andere Klänge. Die USC Trojan Marching Band aus Los Angeles, einst mit Michael Jackson oder Diana Ross auf der Bühne, gibt am Stephansplatz ein Konzert mit Pauken und Trompeten, Tuben, Saxofonen. Sonne satt, wie in Kalifornien, brennt auf die auch mit Tanzeinlagen aufwartende Kapelle und die Menschenscharen vor „Als Flaneur an der Donau“ weiterlesen