Italiens Norden liegt in Bayern

Die Passauer Altstadt mit Dom, Veste Oberhaus (hinten) und ehemaliger, doppeltürmiger Jesuitenkirche, von der Innstadt aus gesehen. Foto: Michael Kunze

Passau bietet mehr als drei Flüsse und steinerne Pracht – auf Besuch an einer Schnittstelle der Kulturen.

PASSAU. Welcher ist der nördlichste Ort Italiens? Regensburg? Mit Geschlechtertürmen, die träumen lassen von Bologna, Lucca, San Gimignano. Kommt die Fürstin hinzu, Torre e Tasso, die mit ihrer Italophilie nicht hinterm Berg hält. Dennoch sehne ich mich, um hierzulande dem Drang nach Licht und Leichtigkeit Richtung zu verschaffen, zuerst nach Passau, „Italiens Norden liegt in Bayern“ weiterlesen

Als Flaneur an der Donau

Das Café Prückel zählt zu den wenigen, die an der Wiener Ringstraße überlebt haben und zu den authentischsten Häusern der Innenstadt obendrein. Foto: Michael Kunze

Wo ist Wien zu finden; was macht es aus? Das hängt davon ab, was man sucht. Ein Spaziergang.

WIEN. Wien! „Wer die Stadt nennt“, schrieb Helmuth Burgert 1937, „hört einen Geigenton mitschwingen.“ Als wir uns am Tag nach Christi Himmelfahrt den Weg vom Frühstück im ehrwürdigen Café Prückel über die Wollzeile in die Stadt bahnen, tönen von Ferne andere Klänge. Die USC Trojan Marching Band aus Los Angeles, einst mit Michael Jackson oder Diana Ross auf der Bühne, gibt am Stephansplatz ein Konzert mit Pauken und Trompeten, Tuben, Saxofonen. Sonne satt, wie in Kalifornien, brennt auf die auch mit Tanzeinlagen aufwartende Kapelle und die Menschenscharen vor „Als Flaneur an der Donau“ weiterlesen

Wien, 5. August 2017

Die Tasse vom Wiener Naschmarkt. Foto: Michael Kunze
Die Tasse vom Wiener Naschmarkt. Foto: Michael Kunze

Der Wiener Naschmarkt ist ein Tummelplatz für die, die Bionade in ausgefallenen Geschmacksrichtungen suchen, das beste Hummus der Stadt, Süßkartoffeln und rote Oliven, Türkischen Honig, Schalentiere, Champagner. Der Claim von Wohlstandsjugend, Genuss-Touristen, Flaneuren. Auch ich saß heute kurz in einem der Hotspots der Premium-Fressmeile, bei „Neni“, trotz Markise in brüllender Hitze, und „Wien, 5. August 2017“ weiterlesen

Aus dem sächsischen Werdau ins kaiserliche Wien

Der im südwestsächsischen Werdau geborene Ernst Graner brachte es in Wien als Vedutenmaler zu Renommee. Seine Bilder werden noch immer rege gehandelt, wie das Schaufenster einer namhaften Kunsthandlung in vornehmer Lage zeigt. In seiner Geburtsstadt Inter hingegen längst vergessen. Foto: Michael Kunze
Der im südwestsächsischen Werdau geborene Ernst Graner brachte es in Wien als Vedutenmaler zu einigem Renommee. Seine Bilder werden an der Donau noch immer rege gehandelt, wie das Schaufenster einer Kunsthandlung in vornehmer Lage zeigt. In seiner Geburtsstadt ist er hingegen vergessen. Foto: Michael Kunze

Längst ist der Künstler Ernst Graner an der Pleiße vergessen, dabei wurde er 1865 hier geboren. An der Donau, wo vor allem seine Aquarelle noch rege gehandelt werden, trägt gar eine Gasse seinen Namen „Aus dem sächsischen Werdau ins kaiserliche Wien“ weiterlesen

Wien, 30. Juli 2014

In der Königsliga Wiener Kaffeehäuser: Café Hawelka in der Dorotheergasse. Foto: Michael Kunze.
In der Königsklasse Wiener Kaffeehäuser: Café Hawelka in der Dorotheergasse. In Bronze wacht noch immer Leopold Hawelka (1911-2011), der langjährige Inhaber, über die Geschäfte. Foto: Michael Kunze.

Zu ihm kamen sie alle. Die Gästeliste seines Hauses liest sich wie das „Who is Who“ aus Kunst, Kultur und Fernsehen der letzten 60 Jahre: Hundertwasser oder Senta Berger, Brandauer oder Canetti, Heimito von Doderer oder Udo Jürgens, Arthur Miller oder Hans Moser, Peter Ustinov oder Andy Warhol oder, oder, „Wien, 30. Juli 2014“ weiterlesen