Flachdächer und eintönige Fassaden dominieren: zwei Häuer im Bauhausstil im Dresdener Stadtteil Blasewitz. Wie vielerorts schließen sie hier Baulücken, umgeben fast durchweg von traditionell errichteten Häusern mit Spitzdach und reicher gegliederten Fassaden. Foto: Michael Kunze
CHEMNITZ/DRESDEN. Architektur schafft Lebensqualität – so lautet zumindest das Motto des Tages der Architektur Ende Juni in Sachsen. Doch in der Realität herrscht bei Ein- und Mehrfamilienhausneubauten seit Jahren der Bauhaustypus vor. Meist hat er große Fenster, eine weiße Fassade, dazu ein Flachdach. Ein Gespräch mit dem Volkswirt Friedrich Thießen von der TU Chemnitz, der mit seinen Mitarbeitern vier Befragungen in vier Städten „Volkswirt: „Häuser im Bauhausstil werden Problemimmobilien der 2030er-Jahre““ weiterlesen →
Die Hohlkugel unterhalb des Turmkreuzes in Erdmannsdorf ist bei der gegenwärtigen Sanierung geöffnet worden. Offenbar wurde dabei auch eine sprechende Erinnerung an die politischen Verhältnisse der frühen DDR-Jahre.
Bis 1540/41 eine wohlhabende Benediktinerabtei, von der aus im 12. Jahrhundert Chemnitz gegründet wurde: Auf dem heutigen Schloßberg ist ein Museum für gotische Kunst in der früheren Klausur untergebracht, dahinter die evangelische Pfarr- und einstige Klosterkirche. Foto: Michael Kunze
Ohne die Benediktiner, die sich vor 874 Jahren auf dem heutigen Schloßberg niederließen, wäre die südwestsächsische Stadt damals nicht entstanden. Eine Tagung widmete sich nun der Abtei, um mehr als 400 Jahre vorreformatorischer Historie zu würdigen. Dabei sorgte ein Wissenschaftler ausgerechnet für einen kleinen Paukenschlag der Reformationsgeschichtsschreibung.
Die einen widmeten ihm Denkmäler, die andern sahen dunkle Wolken mit dem Wittenberger aufkommen: Martin Luther wurde und wird für vieles instrumentalisiert, legte dafür aber selbst die Grundlagen. Foto: Michael Kunze
Wer Reform will, erneuert das Bestehende mehr oder weniger behutsam. Martin Luther aber stürzte Kirche, Politik und Gesellschaft seiner Zeit um – mit langanhaltenden Folgen, die auch im Jahr des Reformationsgedenkens nachwirken.
DRESDEN. Martin Luther wollte keine Spaltung der Kirche, sondern sie reformieren. So lautet der Tenor bei Kirchenvertretern oder Politikern „Der Revolutionär“ weiterlesen →
Der Chef des deutschsprachigen Radio Vatikan berichtet in Dresden über seine Eindrücke des bisherigen Franziskus-Pontifikats.
DRESDEN. Ein echter Vaticanisti ist im Diaspora-Bistum Dresden-Meißen selten zu Gast – jedenfalls, um öffentlich über Papst, Kurie und Kirche in Rom aus dem Nähkästchen zu plaudern. Diese Woche klappte es auf Einladung der Katholischen Akademie im Dresdener Sankt-Benno-Gymnasium, in das am Montag rund 240 Gäste gekommen waren. Das Thema „Der Pontifex der Überraschungen. Vier Jahre „Jesuit Bernd Hagenkord: Genialer Kommunikator auf dem Stuhl Petri“ weiterlesen →
Der Politologe Dr. Steven Schäller erforscht an der TU Dresden auch den Populismus. Foto: Bildermann.de
DRESDEN. Das Schlagwort vom „Populisten“ ist in aller Munde. Was den einen als selbstbewusster Ausweis von Volksnähe dient, verwenden andere gegen sie. Ein Gespräch mit dem Politologen Steven Schäller von der Technischen Universität Dresden über Freund-Feind-Denken auf beiden Seiten, das nur selten eine vorurteilsfreie Diskussion möglich macht.
Wer die öffentliche Debatte verfolgt, muss zu dem Schluss kommen: Populismus ist gefährlich. Warum?
Das liegt im Auge des Betrachters. Fakt ist, dass die umgangssprachliche Verwendung dieses Begriffs, gern mit dem Präfix „Rechts“, meist darauf aus ist, zu diffamieren. Natürlich sind Wissenschaftler auch nur Menschen, die sich bei ihrer Arbeit, ähnlich wie Journalisten, oft schwertun, die eigene Einstellung außen vor zu lassen. Das ist das eine. Das andere: Den Populismus gibt es nicht, also gibt es auch nicht die eine Definition „Der Populist, ein Demokrat?“ weiterlesen →
Silicon Valley in Chemnitz: Die Softwarefirma Staffbase um Geschäftsführer Martin Böhringer setzt auf tierischen Beistand. Wichtiger aber: Sie hat eine neuartige Webanwendung entwickelt. Foto: Michael Kunze
Nicht jeder Mitarbeiter hat Laptop oder PC am Arbeitsplatz. Erreichbar ist er dennoch – dank einer App der Chemnitzer Softwareschmiede Staffbase.
CHEMNITZ. Das eigene Firmenlogo neben Whatsapp auf den Privat-Smartphones der Belegschaft – wie das geht? Die Antwort dürfte manchem Unternehmenschef auch Lösungen für andere Herausforderungen „Das Schwarze Brett fürs Handy“ weiterlesen →
Faksimile des größten Schatzes der Chemnitzer Stadtbibliothek: die Biblia latina auf Papier, die im Pergament-Original in Paris vermutlich 1277 entstanden ist. Nachdem dieses kürzlich nur wenige Wochen im Deutschen Hygienemuseum in Dresden zu sehen war, füllt die Lücke nun dieser Nachdruck (im Bild links). Foto: Michael Kunze
Um 1250 war Paris das geistige Zentrum der westlichen Welt. Dort lehrten die bedeutendsten Wissenschaftler – und machten sich einen neuen Buchtypus zunutze. Ein erhaltenes Exemplar ist das heute wertvollste Stück in der Bibliothek der südwestsächsischen Stadt, das kürzlich einen seiner seltenen öffentlichen Auftritte hatte.
CHEMNITZ/DRESDEN. Albertus Magnus, Bonaventura und Thomas von Aquin – Namen, auf die sich heute nur mehr Theologen oder Philosophen einen Reim „Das Chemnitzer Buch der Bücher“ weiterlesen →
Verführerisch: Schaufenster der Aachener Printenbäckerei Nobis. Foto: Michael Kunze
Köln wie Aachen, nur eine halbe Zugstunde voneinander entfernt, bieten zu jeder Jahreszeit große Dome, Geschichte, Kultur. Jeder weiß das. Weniger bekannt sind die kulinarischen Seiten beider Städte. Eine Entdeckungstour.
KÖLN/AACHEN. Wer nach Köln fährt, hat Deutschlands größte Kathedrale auf der Agenda oder schippert über den Rhein. Ist im Museum Ludwig aus „Süßer Westen“ weiterlesen →
Wer ist der letzte, der das Welterlebnis sucht wie Neuigkeiten über Vertrautes in seiner Umgebung? Auf Papier. Der Journalist Michael Angele spürt dem alten Zeitungsleser nach. Und dem, was mit ihm sterben könnte. Sehnsüchtig, aber ohne Wehmut. Foto: Michael Kunze
Der Journalist Michael Angele hat ein Buch über Zeitungsleser geschrieben, die der papiernen Form den Vorzug geben. Und über das Zeitungssterben. Herausgekommen ist ein Plädoyer gegen inhaltliche Verflachung und das Vulgäre in Neuen Medien.
CHEMNITZ. Eine Zeitung war Zugang zur Welt, ein Stück Heimat auch – bis hin zum raschelnden Geräusch beim Umblättern der Seiten – und gleichzeitig
Wohin die Reise der Zunft geht, lässt sich gut in einer Nutzwert (Ex-„Ratgeber“)-Redaktion beobachten. Viele waren schon vorher da – während meines Gastspiels tauchten aber weitere, recht grundsätzliche Fragen auf.
Auch in Internetshops zu haben: vegane Körperpflege-Produkte und sogar Kondome. Bildschirmfoto: Michael Kunze
Nahrungsmittel ohne tierische Inhaltsstoffe liegen in Deutschland im Trend. Auch namhafte Körperpflegemittel-Hersteller drängen auf den Markt – mit teils überraschenden Produkten.
DRESDEN/CHEMNITZ. Zahnpasta und Parfüm, Seife und sogar Kondome: So vielfältig ist die Auswahl tierfreier und ohne Tierversuche hergestellter Produkte mittlerweile. Das mag viele Kunden erstaunen – Carolin Fritzsche hat dafür „Sauber und vegan – aber auch gut?“ weiterlesen →
Das Haus der Kathedrale in der Dresdener Innenstadt war voll, denn mit AfD-Schwergewicht Alexander Gauland (rechts im Bild) hatte sich ein für seine spitze Zunge bekannter Gesprächspartner für ZdK-Präsident Thomas Sternberg angesagt. Foto: Michael Kunze
Inhaltlich heiß, in der Form eher wohltemperiert haben am Dienstagabend der AfD-Vize und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, in Dresden miteinander über die „Angst ums Abendland“ gestritten.
DRESDEN. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, ist zu einem Streitgespräch mit AfD-Bundesvize Alexander Gauland zusammengetroffen, nachdem das ZdK zum Katholikentag in Leipzig Vertretern der Partei noch den Zutritt zu Podien verwehrt hatte. Zu der Veranstaltung am Dienstag „Alexander Gauland: Der Dom muss Dom bleiben“ weiterlesen →
Online-Händler greifen bei zu vielen Rücksendungen mitunter zu rigorosen Methoden. Doch auch Kunden sind oft dreist.
CHEMNITZ/DRESDEN. Das Hemd beim Internet-Händler bestellen, dazu Hose oder Jackett – zur Sicherheit in drei, vier Größen auf einmal, damit eine passt. So sieht der Alltag aus im Online-Geschäft, das ohne Umkleidekabinen „Bestellt – getragen – zurückgeschickt“ weiterlesen →
Nach dem Angriff eines Asylbewerbers auf Reisende in einem Zug bei Würzburg hat Michael Kunze mit dem Gewalt-Deeskalationstrainer und Polizeiausbilder Heinz Kraft gesprochen. Dabei ging es um die Frage, wie man sich in einer vergleichbaren Bedrohungslage verhalten soll und ob Deutschland noch sicher „„Der erste Reflex muss sein: sich in Sicherheit zu bringen““ weiterlesen →
Das Chemnitzer Cammann-Gebäude ist nicht irgendeine Immobilie. Vom heute fast vergessenen Werkbund-Architekten Willy Schönefeld Mitte der Zwanziger entworfen, ist es als erstes Hochhaus der Stadt ein Ort, der Geschichte schrieb – wie die Firma, die hier einst residierte.
Uwe Krügers Buch über deutsche Leitmedien ist im C.-H.-Beck-Verlag erschienen. Cover: Verlag.
Der Leipziger Journalist und Politologe Uwe Krüger hat ein Buch geschrieben über die deutsche Medienlandschaft und deren Verhältnis zu Lesern, Hörern, Zuschauern. Es ist die Geschichte einer Vertrauenskrise mit vielfältigen Ursachen.
CHEMNITZ. „Dass in den Medien gelogen wird, ist an der Tagesordnung“, schrieb mir kürzlich ein Freund. Endzwanziger und TU-Freiberg-Absolvent. Polyglott, intelligent, attraktiv. Keiner, der es zu nichts gebracht hätte, der mit dem Leben hadert. Stattdessen postet er auf Facebook Fotos von Türkeiurlauben, von Besuchen mit Freunden in der tschechischen In-Metropole Prag oder solche, die er im Hubschrauber schießt, während der über den Grand Canyon fliegt.
Wie begründet er aber den seiner Meinung nach durch namhafte Medien verursachten Vertrauensbruch? „Weil sie nicht ausgewogen berichten“, so der junge Mann – und nennt den Irakkrieg als Beispiel oder Berichte über den Gaddafi-Sturz in Libyen, die Lage in Syrien, den Ukrainekonflikt. Ständig werde auf angebliche Russlandversteher wie „Lücken und Tendenzen statt Lügen und Gleichschaltung“ weiterlesen →
Bloggt nicht nur über Islam und Ramadan, sondern fastet mit: eine evangelische Studentin in Chemnitz. Foto: https://30tageislam.wordpress.com/page/2
Evangelisch ist sie und Studentin der Technischen Universität – und hält sich derzeit an die Gebote des islamischen Fastenmonats. Aus mehreren Gründen ist das eine Herausforderung.
CHEMNITZ. Warum im Internet über den Islam schreiben, ausgerechnet im Fastenmonat Ramadan? Anonym. Obendrein von einer Studentin der TU Chemnitz, die nicht viel mehr von sich preisgeben will, als dass sie keine Muslimin ist, sondern evangelische Westfälin. „Gute Frage. Gegenfrage: Warum nicht?“, sagt die 23-Jährige. Seit dem 7. Juni ist ihr Blog „30 Tage Islam. Erfahrungen über den Fastenmonat Ramadan und den Islam in Deutschland“ im Netz freigeschaltet. Am Vortag hatte die Fastenzeit als neunter Monat des islamischen Mondkalenders begonnen, in dem laut Überlieferung einst der Koran zu den Menschen gesandt wurde. Der Ramadan dauert bis 5. Juli. Doch mit Rezepten, die sie auf der Seite einstellt – etwa für das marokkanische Gamilla: Rindfleisch mit getrockneten Pflaumen -, ist es für sie nicht „Warum eine Christin in Chemnitz im Ramadan fastet“ weiterlesen →
2015 im Bebra Wissenschaft Verlag Berlin erschienen: die erste biografische und werkbiografische Studie zu einem vergessenen Klassiker der deutschsprachigen Politikwissenschaft. Cover: Verlag
Seit rund 100 Tagen regiert die Partei Recht und Gerechtigkeit in Polen – und ist dabei, die Institutionen umzubauen. Heute kommt die neue Regierungschefin Beata Szydlo zum Antrittsbesuch nach Berlin. Warum aber kritisiert die polnische Führung seit Monaten alte Eliten im eigenen Land, dazu die EU und Deutschland?