Der Osten ist kein defizitäres Beitrittsgebiet

Johann Michael Möllers Essay "Der Osten. Eine politische Himmelsrichtung" ist im Verlag Zu Klampen erschienen. Cover: Verlag
Johann M. Möl­lers Essay „Der Osten. Eine poli­ti­sche Him­mels­rich­tung“ ist im Ver­lag Zu Klam­pen erschie­nen. Cover: Ver­lag

Der Jour­na­list Johann Micha­el Möl­ler erkun­det eine „poli­ti­sche Him­mels­rich­tung“ und begibt sich dabei auf die Spu­ren einer Sehn­sucht nach kul­tu­rel­ler Selbst­be­haup­tung und der Wie­der­ge­win­nung der eige­nen Ver­gan­gen­heit – 30 Jah­re nach der Fried­li­chen Revo­lu­ti­on in den nicht mehr neu­en Bun­des­län­dern wie auch jen­seits von Oder und Nei­ße.

DRESDEN. Die Hoff­nun­gen, mit denen der Osten nach dem Fall des Eiser­nen Vor­hangs nach Wes­ten blick­te, waren groß – und umge­kehrt. Das ist pas­sé. Der Wes­ten hat den Osten abge­schrie­ben, scheint es. Für den Osten hat der Wes­ten sei­nen Modell­cha­rak­ter ver­lo­ren. Er ist auf der Suche nach einem eige­nen Weg auf der Basis eige­ner Erfah­run­gen, für die sich im Wes­ten weni­ge inter­es­sie­ren. Statt­des­sen domi­niert dort die Wahr­neh­mung als Pro­blem­ge­bil­de.

Johann Micha­el Möl­lers Essay schil­dert nach dem öko­no­mi­schen und welt­an­schau­li­chen Zusam­men­bruch die Sehn­sucht des Ostens nach kul­tu­rel­ler Selbst­be­haup­tung und dem Wunsch nach Wie­der­ge­win­nung der eige­nen Ver­gan­gen­heit. Die wird domi­niert von der Sehn­sucht nach Kon­trol­le über das eige­ne Leben. Längst über­blen­den kul­tu­rel­le Pro­blem­wahr­neh­mun­gen öko­no­mi­sche, die aber nicht ver­schwin­den. „Der Osten ist kein defi­zi­tä­res Bei­tritts­ge­biet“ wei­ter­le­sen

Share this:
Share this page via Email Share this page via Facebook Share this page via Twitter

Suchen nach Beckett

Im Gespräch mit dem Chefredakteur der Literaturzeitschrift "Sinn und Form", Matthias Weichelt: Samuel Becketts Übersetzerin Erika Tophoven am 8. September 2018 im Rußwurmschen Herrenhaus zu Breitungen/Werra. Foto: Michael Kunze
Im Gespräch mit dem Chef­re­dak­teur der Lite­ra­tur­zeit­schrift „Sinn und Form“, Mat­thi­as Wei­chelt: Samu­el Becketts Über­set­ze­rin Eri­ka Topho­ven am 8. Sep­tem­ber 2018 im Ruß­wurm­schen Her­ren­haus zu Breitungen/Werra. Foto: Micha­el Kun­ze

Mona­te­lang hat der spä­te­re Lite­ra­tur­no­bel­preis­trä­ger 1936/37 Deutsch­land durch­streift – eine deut­sche Aus­ga­be der Rei­se­ta­ge­bü­cher fehlt aber noch. Bekannt ist, dass er in Leip­zig und Dres­den war. Sei­ne Über­set­ze­rin gab nun mehr preis über den Auf­ent­halt in Sach­sen.

FREIBERG/BREITUNGEN. Sechs Mona­te lang ist der sei­ner­zeit noch unbe­kann­te Samu­el Beckett vom Herbst 1936 an durch Deutsch­land gestreift, bis er im April des Fol­ge­jah­res nach Irland zurück­kehr­te. Von sei­nem 1953 urauf­ge­führ­ten „Suchen nach Beckett“ wei­ter­le­sen

Share this:
Share this page via Email Share this page via Facebook Share this page via Twitter

Das Chemnitzer Buch der Bücher

Faksimile des größten Schatzes der Chemnitzer Stadtbibliothek: ein Nachdruck der Biblia latina, die in Paris vermutlich 1277 entstanden ist. Nachdem das Original kürzlich nur wenige Wochen im Deutschen Hygienemuseum in Dresden zu sehen war, füllt die Lücke nun dieser Nachdruck (im Bild links). Foto: Michael Kunze
Fak­si­mi­le des größ­ten Schat­zes der Chem­nit­zer Stadt­bi­blio­thek: die Biblia lati­na auf Papier, die im Per­ga­ment-Ori­gi­nal in Paris ver­mut­lich 1277 ent­stan­den ist. Nach­dem die­ses kürz­lich nur weni­ge Wochen im Deut­schen Hygie­ne­mu­se­um in Dres­den zu sehen war, füllt die Lücke nun die­ser Nach­druck (im Bild links). Foto: Micha­el Kun­ze

Um 1250 war Paris das geis­ti­ge Zen­trum der west­li­chen Welt. Dort lehr­ten die bedeu­tends­ten Wis­sen­schaft­ler – und mach­ten sich einen neu­en Buch­ty­pus zunut­ze. Ein erhal­te­nes Exem­plar ist das heu­te wert­volls­te Stück in der Biblio­thek der süd­west­säch­si­schen Stadt, das kürz­lich einen sei­ner sel­te­nen öffent­li­chen Auf­trit­te hat­te.

CHEMNITZ/DRESDEN. Alber­tus Magnus, Bona­ven­tu­ra und Tho­mas von Aquin – Namen, auf die sich heu­te nur mehr Theo­lo­gen oder Phi­lo­so­phen einen Reim „Das Chem­nit­zer Buch der Bücher“ wei­ter­le­sen

Share this:
Share this page via Email Share this page via Facebook Share this page via Twitter

Paris, 13.–15. Dezember 2013

Giuseppe Arcimboldos "Vier Jahreszeiten" in der dritten Serie von 1573 ist vollständig im Louvre erhalten. Kritiker sehen Frankreich zurzeit eher in herbstlichen Gefilden. Tröstlich sein könnte auch für sie, dass auf Herbst und Winter stets ein neuer Frühling folgt. Foto: Michael Kunze.
Giu­sep­pe Arcim­bold­os „Vier Jah­res­zei­ten“ in der drit­ten Serie von 1573 sind voll­stän­dig im Lou­vre erhal­ten. Kri­ti­ker sehen Frank­reich zur­zeit eher in herbst­li­chen Gefil­den (oben rechts). Tröst­lich sein könn­te auch für sie, dass auf Herbst und Win­ter (oben links) stets ein neu­er Früh­ling (unten rechts) folgt. Foto: Micha­el Kun­ze.

Frank­reichs Nie­der­gang scheint unab­wend­bar für den, der der Bericht­erstat­tung deut­scher Medi­en Glau­ben schenkt. Öko­no­misch sei das Land am Ende, Refor­men wie die von Öko­no­men und Unter­neh­mern gefor­der­te Fle­xi­bi­li­sie­rung des Arbeits­mark­tes blie­ben aus, wäh­rend die Arbeits­lo­sen­zah­len in den letz­ten Mona­ten „Paris, 13.–15. Dezem­ber 2013“ wei­ter­le­sen

Share this:
Share this page via Email Share this page via Facebook Share this page via Twitter