Von BMW ins Kloster

Schwester Maria Mechtild Buttala ist Priorin des Zisterzienserklosters Marienthal im südostsächsischen Ostritz. Foto: Michael Kunze

Sie hatte alles, wovon viele Menschen träumen: eine gute Anstellung, eine schöne Wohnung, ein schnelles Auto. Doch Iris Buttala fand darin keine Erfüllung und wählte einen andern Weg.

MARIENTHAL. Fassungslos seien ihre Eltern gewesen. Die Mutter wähnt sie in einer Midlife-Crisis. Arbeitskollegen reagieren nicht anders. „Hätte ich eine Bank ausgeraubt“, so Schwester Maria Mechtild Buttala beim Gespräch im Zisterzienserinnenkloster St. Marienthal, „wären die Äußerungen nicht schlimmer vorstellbar gewesen.“ Dabei sind es Reaktionen von Familie und Freunden auf den Entschluss, Nonne zu werden.

Geboren 1958 im hessischen Darmstadt, wächst sie mit zwei jüngeren Geschwistern im Südwesten Bayerns auf – die Mutter katholisch, der Vater lutherisch. Sie erlebt in der Familie die seinerzeit verbreiteten konfessionellen Spannungen, wird römisch-katholisch getauft. In ein Kloster einzutreten, einen Orden – in ihrer Jugend sei das kein Thema gewesen, obwohl die familiären Umstände eher halfen, ihre Glaubenspraxis zu vertiefen. „Ich habe immer gebetet und gegenüber meiner evangelischen Großmutter, die gern ein wenig provozierte, meinen Glauben verteidigt“, sagt sie in der Rückschau. Auch Buttala durchlebt Phasen, in denen beispielsweise die Sonntagsmesse für sie nicht obligatorisch ist. „Von BMW ins Kloster“ weiterlesen

Dresden, 29. Januar 2023

Wer? Was? Wann? Wo? Wie? lauten die fünf W des Nachrichtenjournalismus – früh habe ich sie mir eingeprägt. Aus den Antworten kredenzt der Rechercheur die Seelenspeise der News-Junkies. Halbwertszeit, vielfach: weniger als einen Tag lang. – Weit mehr interessierte mich früh ein sechstes W, das sich mit Warum ausbuchstabieren lässt. Journalistenschulen sehen es gern Reportagen, Kommentaren, Berichten „Dresden, 29. Januar 2023“ weiterlesen

Ein neuer Pfarrer für Großschirma

Der neue Großschirmaer Pfarrer Justus Geilhufe (links) am 28. Februar 2021 im Freiberger Dom. Während einer festlichen Liturgie wurde er u.a. von Superintendentin Hiltrud Anacker (rechts) ordiniert. Foto: Gloria Schädlich

Justus Geilhufe tritt die Nachfolge Lüder Laskowskis an. Er wird auch für Groß- und Kleinvoigtsberg sowie Rothenfurth zuständig sein, am Freiberger Dom predigen und als Studentenseelsorger der Bergakademie arbeiten.

GROSSSCHIRMA/FREIBERG. Zu übersehen ist er nicht, der gebürtige Dresdener Justus Geilhufe, der sein zweijähriges Vikariat in Oederan beendet hat und neuer evangelisch-lutherischer Pfarrer für Großschirma, Groß- sowie Kleinvoigtsberg und Rothenfurth wird. Mehr als zwei „Ein neuer Pfarrer für Großschirma“ weiterlesen

Als der Graf katholisch wurde

Die auf das Jahr 1873 datierte Medaille mit der Inschrift "Aedes Instaurata Wechselburgi" ist wohl im Zusammenhang mit der Konversion des Grafen von Schönburg-Glauchau nebst Gattin im Jahr 1869 und der 1871 bis 1884 erfolgten Renovierung der damaligen Wechselburger Schlosskirche entstanden. Sie zeigt das in der römischen Kirche Sant' Alfonso aufbewahrte Gnadenbild Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe. Eine Kopie davon schenkte Papst Pius IX., dessen Konterfei auf der Rückseite abgebildet ist, dem Ehepaar. Foto: Stephan von Spies
Die auf 1873 datierte Medaille ist wohl im Kontext der Renovierung der Wechselburger Schlosskirche und der Geburt des ersehnten Erben im gleichen Jahr in Rom entstanden (Inschrift: „Wechelsburgi“ statt „Wechselburgi“). Sie zeigt das in der römischen Kirche Sant‘ Alfonso aufbewahrte Gnadenbild Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe. Eine Kopie davon schenkte Papst Pius IX., dessen Konterfei auf der Rückseite abgebildet ist, dem Grafen von Schönburg. Foto: Elisabeth Meuser

Vor 150 Jahren konvertierte der protestantische Carl von Schönburg-Glauchau. Ein langer, hart geführter Kulturkampf folgte, der über Sachsen hinaus beträchtliches Aufsehen erregte.

WECHSELBURG. „Graf unter Polizeischutz“, Kontroversen in der sächsischen Presse, von der römischen „ungebührlich aufgebauscht“, „erhebliche Unruhe in konservativen protestantischen Adelskreisen“, Untertanen verweigern Kirchengebet – so lauten „Als der Graf katholisch wurde“ weiterlesen

Gott suchen, wo er nicht vermisst wird

Pater Maurus Kraß, der Prior des im sächsischen Wechselburg seit 1993 beheimateten Benediktiner-Konvents, vor der Westfront der einstigen Stiftsbasilika, die heute als Pfarr- und Klosterkirche genutzt wird. Foto: Michael Kunze
Pater Maurus Kraß, der Prior des im sächsischen Wechselburg seit 1993 beheimateten Benediktiner-Konvents, vor der Westfront der einstigen Stiftsbasilika, die heute als Pfarr- und Klosterkirche genutzt wird. Hinten rechts: die seit Auszug eines Kinderkrankenhauses im Jahr 2005 verwaiste vormalige Residenz der Grafen von Schönburg. Foto: Michael Kunze

Vor 850 Jahren ist die Basilika im sächsischen Wechselburg geweiht worden. Lettner und Triumphkreuzgruppe sind von überregionaler kunsthistorischer Bedeutung. Wenn nun das Jubiläum gefeiert wird, so auch die Wiederbesiedlung des einstigen Stifts durch Benediktiner vor 25 Jahren in einem Landstrich mit wenigen Christen.

WECHSELBURG. Auf einem Bergsporn über einer Flussschleife der Zwickauer Mulde, inmitten von derzeit frühlingsgrünen „Gott suchen, wo er nicht vermisst wird“ weiterlesen