Ein neuer Pfarrer für Großschirma

Der neue Groß­schirma­er Pfar­rer Jus­tus Geil­hu­fe (links) am 28. Febru­ar 2021 im Frei­ber­ger Dom. Wäh­rend einer fest­li­chen Lit­ur­gie wur­de er u.a. von Super­in­ten­den­tin Hil­trud Ana­cker (rechts) ordi­niert. Foto: Glo­ria Schäd­lich

Jus­tus Geil­hu­fe tritt die Nach­fol­ge Lüder Las­kow­skis an. Er wird auch für Groß- und Klein­voigts­berg sowie Rothen­furth zustän­dig sein, am Frei­ber­ger Dom pre­di­gen und als Stu­den­ten­seel­sor­ger der Berg­aka­de­mie arbei­ten.

GROSSSCHIRMA/FREIBERG. Zu über­se­hen ist er nicht, der gebür­ti­ge Dres­de­ner Jus­tus Geil­hu­fe, der sein zwei­jäh­ri­ges Vika­ri­at in Oeder­an been­det hat und neu­er evan­ge­lisch-luthe­ri­scher Pfar­rer für Groß­schirma, Groß- sowie Klein­voigts­berg und Rothen­furth wird. Mehr als zwei Meter ist er groß – und wird am 28. Febru­ar, 14 Uhr, im Frei­ber­ger Dom ordi­niert, also fei­er­lich in sein Amt ein­ge­führt. Am glei­chen Tag fin­det aus die­sem Anlass 10 Uhr zudem ein Gemein­de­got­tes­dienst mit Super­in­ten­den­tin Hil­trud Ana­cker und Jus­tus Geil­hu­fe in der Groß­schirma­er Kir­che statt. Dar­über hat er auf Anfra­ge infor­miert.

Der 30-Jäh­ri­ge, der mit Ehe­frau und Sohn bereits im Groß­schirma­er Pfarr­hof ein­ge­zo­gen ist, tritt die Nach­fol­ge von Lüder Las­kow­ski an. Die­ser hat­te die Gemein­de im Janu­ar 2020 nach zehn Jah­ren Dienst ver­las­sen, um sich neu­en Auf­ga­ben zu wid­men. Geil­hu­fe ist der ers­te Seel­sor­ger am Ort, seit die Gemein­de im ver­gan­ge­nen Jahr mit jener am Frei­ber­ger Dom zusam­men­ge­legt wur­de. Daher wird er nach eige­nen Wor­ten auch dort im Wech­sel mit Super­in­ten­den­tin Hil­trud Ana­cker sowie Dom­pfar­rer Urs Ebenau­er pre­di­gen.

Stu­di­en in Prince­ton, Mün­chen, Göt­tin­gen, Leip­zig, Jena

Nach dem Abitur am Dres­de­ner Kreuz­gym­na­si­um (2008) stu­dier­te Geil­hu­fe, des­sen aus Gerings­wal­de stam­men­der Vater eben­falls als Pfar­rer wirk­te, von 2009 bis 2012 Theo­lo­gie in Jena. Danach setz­te er für ein Jahr sei­ne Stu­di­en an der US-ame­ri­ka­ni­schen Eli­te­uni­ver­si­tät Prince­ton fort, anschlie­ßend in Mün­chen an der Lud­wig-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät und par­al­lel an der Isar auch in der Jesui­ten-Hoch­schu­le – unter ande­rem im Fach Phi­lo­so­phie. Abge­schlos­sen hat er sei­ne aka­de­mi­sche Aus­bil­dung an der Uni­ver­si­tät Leip­zig (2015). Es folg­ten bei­de kirch­li­che Examen, bevor er wäh­rend sei­nes Vika­ri­ats im ver­gan­ge­nen Jahr sei­ne Pro­mo­ti­on an der Georg-August-Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen im Fach Sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gie abschloss. Die­se setzt sich mit dem Werk des ame­ri­ka­ni­schen Theo­lo­gen Bruce McCor­mack aus­ein­an­der.

Geil­hu­fe freut sich auf die Arbeit in der Land­ge­mein­de, die er in den ver­gan­ge­nen Wochen bereits ken­nen­ler­nen konn­te. „Die Leu­te“, stell­te er fest, „sind sehr aktiv und zuge­wandt.“ Auch sei­ne aus dem All­gäu stam­men­de katho­li­sche Ehe­frau, gera­de mit dem zwei­ten Kind schwan­ger und als Assis­tenz­ärz­tin in der Gynä­ko­lo­gi­schen Abtei­lung des Frei­ber­ger Kreis­kran­ken­hau­ses tätig, sei schon mit dem Her­zen ange­kom­men. „Wir leben sehr nahe an der Gemein­de. Wenn uner­war­tet jemand auf dem Hof steht, was nicht sel­ten vor­kommt, ist das für uns bei­de gera­de auch in Coro­na-Zei­ten ein Glück“, ergänz­te er.

Wofür steht er theo­lo­gisch? Wel­che Plä­ne oder The­men hat er für sei­ne ers­te Pfarr­stel­le? „Ich bin kon­ser­va­tiv, lege aber Wert auf einen wei­ten Hori­zont an Mei­nun­gen“, sag­te er. Was das genau­er bedeu­tet, kann ver­fol­gen, wer Geil­hu­fes mit dem Digi­tal­coach des Lan­des­kir­chen­amts, Max Schäd­lich, betrie­be­nen und vor allem für jun­ge Leu­te bestimm­ten Pod­cast ver­folgt. Die­ser trägt den kecken Titel „Geil aber Schäd­lich“ und soll nach Antritt der Pfarr­stel­le fort­ge­setzt wer­den. „Mir ist es wich­tig, dass das kon­ser­va­ti­ve und das libe­ra­le Lager in unse­rer Kir­che und dar­über hin­aus mehr mit­ein­an­der reden und ein­an­der zuhö­ren“, erklär­te er. Sein Gesprächs­an­ge­bot im Inter­net wer­tet er als Erfolg; 41 je rund 40 bis 60 Minu­ten lan­ge Fol­gen sind seit August 2020 ver­öf­fent­licht.

„Got­tes­dienst die Mit­te des kirch­li­chen Lebens“

Und jen­seits davon? Geil­hu­fe, des­sen älte­rer Bru­der als Lan­des­be­auf­trag­ter die inhalt­li­che Arbeit des Bun­des Natur­schutz in Bay­ern ver­ant­wor­tet, wird auch evan­ge­li­scher Stu­den­ten­seel­sor­ger an der Berg­aka­de­mie Frei­berg. „Unab­hän­gig davon, ist für mich der Got­tes­dienst die Mit­te des kirch­li­chen Lebens“, bekann­te er, „und das will ich deut­lich­ma­chen.“ Dazu sei mehr Glau­bens­un­ter­richt (Kate­che­se) nötig, damit jeder ver­ste­he, was da gefei­ert wer­de. Gemein­de und Neu­gie­ri­ge, so hofft er, soll­ten wie­der mehr ent­de­cken, dass es schön ist, am Sonn­tag­mor­gen zusam­men­zu­kom­men.

Wenn er ins Wün­schen und Träu­men gerät, kom­men ihm man­che Ideen: etwa, eine Kur­ren­de, einen Kin­der­chor, zu eta­blie­ren. Wäh­rend­des­sen könn­te die ehe­ma­li­ge Kan­to­ren­woh­nung im Pfarr­hof zu einem Gäs­te­haus umge­stal­tet wer­den. „Wir lie­gen nicht weit ab vom Säch­si­schen Jakobs­weg“, erläu­ter­te Geil­hu­fe den Hin­ter­grund. Damit soll­te es mög­lich sein, sobald das Coro­na­vi­rus an Schre­cken ein­ge­büßt hat, Pil­ger nach Groß­schirma zu locken – ins offe­ne Haus.

Für die Got­tes­diens­te am 28. Febru­ar, 10 Uhr, in Groß­schirma sowie 14 Uhr zur Ordi­na­ti­on im Frei­ber­ger Dom ist kei­ne Anmel­dung nötig. Die Pre­digt hält jeweils Jus­tus Geil­hu­fe. Zum Pod­cast „Geil aber Schäd­lich“: https://anchor.fm/geilaberschaedlich

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