Ende Februar wählt die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens einen neuen Bischof. Andreas Beuchel, Superintendent in Meißen, hat seinen Hut in den Ring geworfen und frühe Wurzeln in Freiberg – eine Rückschau, 30 Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung.
FREIBERG/DRESDEN. Zehn gute Jahre sind es gewesen, sagt Andreas Beuchel über seine Zeit an der Freiberger Polytechnischen Oberschule (POS) “Theodor Körner“ „Der Kandidat mit Freiberger Wurzeln“ weiterlesen →
Das St.-Pius-Haus in Schirgiswalde, umgeben von einem großen Park, hat einen neuen Eigentümer, nachdem es das katholische Domkapitel in aller Stille verkauft hat. Vor 175 Jahren wurde in dem einstigen Sommersitz hoher kirchlicher Würdenträger sächsisch-böhmische Geschichte geschrieben. Foto: Michael Kunze
Jahrelang wollte das Domkapitel St. Petri zu Dresden den früheren Sommersitz in Schirgiswalde bei Bautzen mangels Verwendungsmöglichkeiten veräußern. Nun ist es, kurz vor einem wichtigen Jubiläum, gelungen – unklar bleibt vorerst, an wen.
SCHIRGISWALDE/DRESDEN. Wie erst jetzt öffentlich wurde, hat das Domkapitel St. Petri zu Dresden seine frühere, auch als sächsisches Castel Gandolfo bekannte Sommerresidenz in Schirgiswalde verkauft. Das um 1700 errichtete und später umgebaute St.-Pius-Haus mit großzügigem Park, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg eine Kirchenmusikschule untergebracht war und später ein katholischer Kindergarten, der 2006 auszog, stand danach leer. Das katholische Domkapitel als Eigentümer suchte mangels eigener Verwendungsmöglichkeiten und auf „Verkauft, doch weiter unsaniert“ weiterlesen →
Vor 65 Jahren starb der heute weithin vergessene katholische Publizist Waldemar Gurian. Es lohnt, das Werk des gebürtigen St. Petersburgers neu zu entdecken.
DRESDEN/BONN. Das Diktum vom „Kronjuristen des Dritten Reiches“, mit dem der Publizist Waldemar Gurian im Oktober 1934 den Staatsrechtler Carl Schmitt belegte, nachdem dieser die von Hitler angewiesenen Massenerschießungen ohne Gerichtsverfahren vom 30. Juni in der „Deutschen Juristenzeitung“ „Auf die Autorität verweisen“ weiterlesen →
Johann M. Möllers Essay „Der Osten. Eine politische Himmelsrichtung“ ist im Verlag Zu Klampen erschienen. Cover: Verlag
Der Journalist Johann Michael Möller erkundet eine „politische Himmelsrichtung“ und begibt sich dabei auf die Spuren einer Sehnsucht nach kultureller Selbstbehauptung und der Wiedergewinnung der eigenen Vergangenheit – 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution in den nicht mehr neuen Bundesländern wie auch jenseits von Oder und Neiße.
DRESDEN. Die Hoffnungen, mit denen der Osten nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nach Westen blickte, waren groß – und umgekehrt. Das ist passé. Der Westen hat den Osten abgeschrieben, scheint es. Für den Osten hat der Westen seinen Modellcharakter verloren. Er ist auf der Suche nach einem eigenen Weg auf der Basis eigener Erfahrungen, für die sich im Westen wenige interessieren. Stattdessen dominiert dort die Wahrnehmung als Problemgebilde.
Johann Michael Möllers Essay schildert nach dem ökonomischen und weltanschaulichen Zusammenbruch die Sehnsucht des Ostens nach kultureller Selbstbehauptung und dem Wunsch nach Wiedergewinnung der eigenen Vergangenheit. Die wird dominiert von der Sehnsucht nach Kontrolle über das eigene Leben. Längst überblenden kulturelle Problemwahrnehmungen ökonomische, die aber nicht verschwinden. „Der Osten ist kein defizitäres Beitrittsgebiet“ weiterlesen →
Der Kreuzsattel – hier ein für die Chemnitzer Ausstellung angefertigter Nachbau – vergrößerte den Bewegungsradius arabischer Stämme für Handel und Eroberungszüge auch in der Region des Toten Meeres beträchtlich. Foto: Michael Kunze
Das Staatliche Museum für Archäologie in Chemnitz zeigt die Sonderausstellung „Leben am Toten Meer“. Ein thematisch derart ausgreifendes Panorama der Region mit herausragenden Leihgaben hat es in Europa noch nicht gegeben.
CHEMNITZ. Als Sabine Wolfram vor sechs Jahren nach Israel reist, um über die Geschichte der jüdischen Kaufhausdynastie Schocken zu forschen, machte ihr Barack Obama, gerade auf Staatsbesuch, einen Strich durch die Rechnung. Die Sicherheitsvorkehrungen „Leben am Toten Meer“ weiterlesen →
FRANKFURT/DRESDEN. Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls blickt der Frankfurter Schriftsteller Martin Mosebach zurück und voraus: wo und wie er den Mauerfall 1989 erlebte und die Jahre seit der deutschen Wiedervereinigung. Außerdem gibt der 68 Jahre alte Büchner- und Kleistpreisträger Auskunft darüber, was für ihn Europa mit der Europäischen Union zu tun hat und welche Rolle „„Mein Bild von Europa hat mit der aktuellen Organisationsform wenig zu tun““ weiterlesen →
Schriftsteller Martin Mosebach (links) las am 13. September 2019 in Dresden aus dem Buch „Die 21“ über christliche Martyrer und diskutierte mit Joachim Hake, Direktor der Katholischen Akademie Berlin. Foto: Michael Kunze
Der Büchnerpreisträger Martin Mosebach las im Dresdner Kulturpalast aus seinem beklemmenden Reisebuch über koptische Martyrer.
DRESDEN. Über ein ernstes Thema hat der Frankfurter Schriftsteller, Büchner- und Kleistpreisträger Martin Mosebach am Freitagabend im Dresdner Kulturpalast gesprochen: den Tod von zwanzig Ägyptern und einem Ghanaer – allesamt Christen, bis auf jenen einen ihrer Herkunft nach Kopten. Sie sind 2015 vom Islamischen Staat enthauptet worden – vor der laufenden Kamera ihrer Mörder, nur weil sie ebendies waren. Das Video ging um die Welt. Der Katholik Mosebach wollte mehr über die Umstände wissen und jene seit der muslimischen Eroberung Ägyptens unter mal größerem, mal geringerem „Aus einer andern Welt“ weiterlesen →
Dirk Czaja hat lange für die Abgeordnete gearbeitet. Nach der Bundestagswahl ging er zu einem AfD-Neuling, verließ im Streit mit dem mittelsächsischen CDU-Kreischef seine damalige Partei. Nun ist er wieder bei der alten Chefin, schließt eines aber aus.
Vor Jahren haben Münchener Forscher auf dem Erdmannsdorfer Friedhof in Mittelsachsen Gräber geöffnet. Seither laufen molekulargenetische Untersuchungen. Warum – und was wurde bislang herausgefunden? Eine lange Geschichte, die ihren Ursprung unweit von Ingolstadt hat.
AUGUSTUSBURG/BERLIN. Schon vor zwei Jahren ist die Soloviolinistin Liv Migdal auf der Waldbühne in Augustusburg (Kreis Mittelsachsen) aufgetreten und wurde seinerzeit euphorisch vom Publikum gefeiert. In Aue war sie in dieser Saison bei der Erzgebirgischen Philharmonie zu hören. „„Man darf kein Publikum unterschätzen““ weiterlesen →
Justus Geilhufe ist 2,02 Meter groß, 28 Jahre jung und durchläuft seit Herbst in Oederan seine Ausbildung zum Pfarrer. Nur rund ein Viertel der Sachsen sind Christen. Was treibt ihn an?
OEDERAN/FREIBERG/GERINGSWALDE. Die Schuhe sind blank geputzt, dazu Hemd und Jackett, den Schal darüber lässig um den Hals geschlungen – so grüßt er herzlich mit Handschlag vor dem Tor der Oederaner „Der Leuchtturm“ weiterlesen →
Differenzen zum Verhältnis von Staat und Kirche behutsam ausgetragen: Der sächsische Landtagsfraktionsvorsitzende der Partei Die Linke, Rico Gebhardt (2. v. l.), diskutierte am 8. Mai 2019 auf Schloss Rochlitz mit dem Leiter des Katholischen Büros, Daniel Frank (2. v. r.), sowie Benediktiner-Pater Ansgar Orgaß (r.). Es moderierte Daniel Heinze (Radio PSR). Foto: Michael Kunze
Wie viel Kirche braucht das Land? Darüber ist auf dem „Sachsen-Sofa“ in Schloss Rochlitz diskutiert worden. Ohne einen Streit im Januar hätte es die Veranstaltung wohl nicht gegeben.
WECHSELBURG/MARBELLA. 2710 Kilometer und 26 Stunden Autofahrt sind es von Wechselburg, wo Rudolf Graf von Schönburg im September 1932 auf dem Schloss seiner Familie geboren wurde, nach Marbella, der nahe Gibraltar gelegenen spanischen Stadt am Mittelmeer. Dort lebt er seit 1956. Elf Jahre zuvor floh der damals Zwölfjährige mit Geschwistern und Mutter vor der Roten Armee aus der Heimat. Im Telefongespräch berichtet er von seinen Erlebnissen vor 74 Jahren.
Schloss Rochsburg zeigt die von Restaurator Thomas Heinicke und seiner Frau kuratierte Ausstellung „Das geschundene Kunstwerk“ – darin auch die Lehne eines vormals im Besitz der aus Chemnitz stammenden Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt befindlichen Stuhles im Stile des Empire, den sie einst Heinickes Lehrer Hans Brockhage (1925-2009) vermachte. Foto: Michael Kunze
Schloss Rochsburg zeigt Kunstwerke, einige 500 Jahre alt, deren Präsentation andere Museen ablehnten: Die ab 13. April zu sehenden Stücke sind von Zeit, Mensch und Natur teils arg geschundene. Daraus aber erwächst ihre Kraft.
Reges Interesse bei der Vernissage zur Ausstellung „Die Einsiedels und die Vogels“ am 4. April 2019 auf Schloss Wolkenburg, nordwestlich von Chemnitz. Bis 18. August werden insbesondere Porträts gezeigt. Foto: Michael Kunze
Die einen malten, die andern kauften die Bilder – zwei Generationen hielt das ungewöhnliche Verhältnis zwischen der von den Wettinern geadelten Künstlerfamilie Vogel und den Grafen von Einsiedel. Eine vom Berliner Kunsthistoriker Gerd-Helge Vogel kuratierte Ausstellung auf Schloss Wolkenburg setzt es in Szene.
Die auf 1873 datierte Medaille ist wohl im Kontext der Renovierung der Wechselburger Schlosskirche und der Geburt des ersehnten Erben im gleichen Jahr in Rom entstanden (Inschrift: „Wechelsburgi“ statt „Wechselburgi“). Sie zeigt das in der römischen Kirche Sant‘ Alfonso aufbewahrte Gnadenbild Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe. Eine Kopie davon schenkte Papst Pius IX., dessen Konterfei auf der Rückseite abgebildet ist, dem Grafen von Schönburg. Foto: Elisabeth Meuser
Vor 150 Jahren konvertierte der protestantische Carl von Schönburg-Glauchau. Ein langer, hart geführter Kulturkampf folgte, der über Sachsen hinaus beträchtliches Aufsehen erregte.
WECHSELBURG. „Graf unter Polizeischutz“, Kontroversen in der sächsischen Presse, von der römischen „ungebührlich aufgebauscht“, „erhebliche Unruhe in konservativen protestantischen Adelskreisen“, Untertanen verweigern Kirchengebet – so lauten „Als der Graf katholisch wurde“ weiterlesen →
Gehören Juden heute zu Deutschland? Das fragt ein in Berlin aufgewachsener Israeli in seinem neuen Buch. Wegen des Antisemitismus in der Hauptstadt wanderte er einst aus.
DRESDEN/ZWICKAU. In Leipzig, Zwickau, Dresden, Bad Muskau ist der 41-Jährige im Herbst auf Lesereise gewesen. Arye Sharuz Shalicar, in Göttingen geborener und in Berlin-Spandau und -Wedding „„Verpiss Dich aus unserm Bezirk!““ weiterlesen →
Im Leipziger „Haus des Buches“ und neuen Domizil des 1982 in Berlin gegründeten Verlags Hentrich & Hentrich: Thomas Schneider, Kaufmännischer und Herstellungsleiter, Verlegerin Nora Pester (Mitte) sowie Lektorin Wilma Schütze. Foto: Michael Kunze
Der Verlag Hentrich & Hentrich, spezialisiert auf jüdische Kultur und Geschichte, ist ein Unikum im deutschen Sprachraum, sagt dessen Chefin. Nun ist er von Berlin nach Leipzig gezogen.
LEIPZIG. Zwei helle Räume, tiefe Fenster und Schreibtische, darauf Computer und die Wände dicht bestückt mit Regalen voller Bücher – so sieht es aus, das neue Leipziger Domizil von Hentrich & Hentrich, dem „Alles, was jüdisch ist“ weiterlesen →
Warnte in Dresden davor, jemand oder etwas vorschnell „populistisch“ zu zeihen, denn oft sei Aneignung die Konsequenz: der an der Universität Princeton forschende Politologe Jan-Werner Müller. Foto: Michael Kunze
Der Politologe Jan-Werner Müller hat in Dresden vor Fallen im Umgang mit Populisten gewarnt; eine Kollegin hielt der sozialwissenschaftlichen Zunft den Spiegel vor.
DRESDEN. Wer über „Populismus“ spricht, kann die Schriften des an der amerikanischen Universität Princeton forschenden Jan-Werner Müller kaum ausklammern. Die spätestens seit Pegida, AfD und Trump-Präsidentschaft dauererregte Debatte über den Charakter derartiger Phänomene wurde zwar durch Müllers Essay „Was ist Populismus?“ (2016) in mancher Hinsicht vom Bauch in den Kopf verlagert. Oder: hätte dorthin verlagert werden können. Denn am nüchternen Blick fehlt es weiter, auch an Genauigkeit dabei, das Phänomen zu fassen und Konsequenzen für Wissenschaft, Politik oder Kultur abzuleiten. „Gegen Gesprächsverbote und „Proll-Hass als Elitensport““ weiterlesen →
Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, ist am 12. November im mittelsächsischen Wechselburg zu Gast gewesen. Anlass dafür war die Erhebung der ehemaligen Stiftskirche zur „Basilica minor“. Foto: Michael Baudisch
Die ehemalige Stiftskirche in Wechselburg ist als erste jenseits Berlins in Ostdeutschland zur „Basilica minor“ erhoben worden. Was bedeutet das?
WECHSELBURG. Seit dem 18. Jahrhundert wird der Ehrentitel „Basilica minor“ von den Päpsten in Rom an besondere Kirchen weltweit verliehen – nun auch an die frühere Wechselburger Stifts- und heutige Pfarr-, Kloster- und Wallfahrtskirche „Heilig Kreuz“. Längst wird „Weltkulturerbe auf Katholisch“ weiterlesen →