„Ich frage dann, wie kann es gut und besser weitergehen?“

Pater Maurus Kraß vor dem Hochaltar der Wechselburger Basilika – er ist Benediktinermönch und seit 2012 Prior des Ettaler Tochterklosters in Mittelsachsen. Foto: Michael Kunze

Der Prior des Wechselburger Benediktinerklosters, Pater Maurus Kraß, schaut trotz mancher Herausforderung während seines Dienstes in Kloster Ettal und an der Zwickauer Mulde dankbar auf 40 Jahre Priestertum zurück. Obendrein wirft ein großes geistliches Projekt für die Basilika verheißungsvolle Schatten voraus.

WECHSELBURG. Als vor Tagen einer der erfahrensten Kunsthistoriker Sachsens mit einer Reisegruppe an der Ostseeküste die Spuren Caspar „„Ich frage dann, wie kann es gut und besser weitergehen?““ weiterlesen

Mit Stift und Pinsel nach „Manhattan-Ost“

Die Wechselburger Stiftsbasilika „Heilig Kreuz“, von Osten gesehen – Graphit auf Papier von Jakob Gleisberg. Foto: Jakob Gleisberg

Seit dem Kunststudium sind Jakob Gleisberg und Kristof Grunert befreundet. Lange schon ziehen sie sommers zeichnend übers Land – diesmal von Geithain über Wechselburg, Cossen, Rochsburg nach Burgstädt.

WECHSELBURG/BURGSTÄDT. Blei- und Kohlestift, Tusche, ein paar Habseligkeiten – mehr packen der aus Görlitz stammende Leipziger Jakob Gleisberg und der Dresdener Kristof Grunert nicht ein, wenn sie sich jährlich sommers durch Sachsen auf Wanderschaft begeben, um gemeinsam zu zeichnen: diesmal „Mit Stift und Pinsel nach „Manhattan-Ost““ weiterlesen

Vor 100 Jahren auf Schlössertour durch Mittelsachsen

Artur Henne hat zwischen den Weltkriegen zu den bekanntesten Radierern Sachsens gezählt. Während die Ansichten aus dem Osten des Freistaats von dem in seiner Wahlheimat Liebstadt vor 60 Jahren verstorbenen Künstler nach wie vor präsent sind, gilt es, jene um Penig, Rochlitz oder Augustusburg entstandenen erst wiederzuentdecken.

ROCHLITZ/KRIEBSTEIN. Vor knapp 20 Jahren, zum 40. Todestag, ist dem Künstler Artur Henne in Liebstadt eine Ausstellung gewidmet worden: in der kleinsten Stadt Sachsens, 15 Kilometer südwestlich von Pirna. 1945 war der idyllische Ort, über dem Schloss Kuckuckstein thront, endgültig Hennes Wahlheimat geworden und blieb es bis „Vor 100 Jahren auf Schlössertour durch Mittelsachsen“ weiterlesen

„Ich mache weiter, solange ich kann.“ Zum 75. Geburtstag des Dresdener Antiquars Claus Kunze

Im Ladengeschäft, Pillnitzer Landstraße 18: Claus Kunze im November 2022. Foto: M. Kunze

DRESDEN. Im Herbst des Jahres 1990, noch vor der Deutschen Wiedervereinigung, war es so weit: Claus Kunze konnte im Dresdener Stadtteil Loschwitz sein Antiquariat eröffnen. Endlich! Endlich deshalb, hatte er doch jahrelang immer wieder vergeblich beim Rat der Stadt, Abteilung Handel und Versorgung, einen Gewerbeschein beantragt. „Man wollte in der DDR keine private Konkurrenz für die in der Mehrzahl staatlich organisierten Betriebe; das war im Volksbuchhandel so wie anderswo“, sagt Kunze in der Rückschau. Am 6. November ist das Urgestein der Branche an der Oberelbe 75 Jahre alt geworden.

In den vier übersichtlich eingerichteten Räumen an der Pillnitzer Landstraße 18 führt der gebürtige Löbauer sein auf Belletristik, Kunst-, Literatur-, allgemeine Geschichte sowie Saxonica und Graphik spezialisiertes Geschäft seit dem Jahr 1996. Wer es betritt, trifft auf einen gastfreundlichen, wissbegierigen und über Geschichte und Kultur der Stadt selten kundigen Inhaber, mit dem sich – auch dank seiner umfassenden Handbibliothek – eintauchen lässt in die Welt der Bücher, ihre Herstellung und die Autoren. Zielsicher zieht er schließlich und ohne Computerhilfe aus seinem, sich nach wie vor entwickelndem Sortiment Passendes.  „„Ich mache weiter, solange ich kann.“ Zum 75. Geburtstag des Dresdener Antiquars Claus Kunze“ weiterlesen

Ein Jahrhundertzeuge schaut zurück

Hans Joachim Neidhardt, der maßgeblich daran mitwirkte, dass in Dresden Frauenkirche und Historischer Neumarkt wiedererstanden sind, hat seine Erinnerungen vorgelegt, die einen packenden Überblick von der Kindheit in „Weimar“ bis ins Jahr 2000 offenbaren. Cover: Verlag

Der 96 Jahre alte Kunsthistoriker Hans Joachim Neidhardt, der Capar David Friedrich und die Romantiker in der DDR aus der Schmuddelecke holte, hat seine Memoiren vorgelegt. Sie entfalten einen weiten Blick auf das wechselvolle 20. Jahrhundert.

DRESDEN/LEIPZIG. Der 1925 in Leipzig-Gohlis geborene, in Dresden heimische und „Ein Jahrhundertzeuge schaut zurück“ weiterlesen

„Und zwar im Besonderen im Sinne der neuen Zeit“

Ein im Leipziger Stadtarchiv überlieferter Lebenslauf aus dem Jahr 1945 gibt Aufschluss über das damalige Wirken des heute weithin vergessenen Holzschnittmeisters Leopold Wächtler, der vor 125 Jahren in Penig geboren wurde. Währenddessen wird eine Ausstellung seiner Kunst wahrscheinlicher.

PENIG/LEIPZIG. Das bislang kaum erforschte Leben des Künstlers Leopold Wächtler (1896-1988) nimmt nach neuen Recherchen Konturen an. Im „„Und zwar im Besonderen im Sinne der neuen Zeit““ weiterlesen

Vom tanzenden Faun und der Brikettgabel

Auf Schloss Rochsburg zeigt Restaurator Thomas Heinicke bis November die von ihm und seiner Frau kuratierte Ausstellung "Das geschundene Kunstwerk" - darunter auch die Lehne eines vormals im Besitz der Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt befindlichen Stuhles im Stile des Empire. Foto: Michael Kunze
Schloss Rochsburg zeigt die von Restaurator Thomas Heinicke und seiner Frau kuratierte Ausstellung „Das geschundene Kunstwerk“ – darin auch die Lehne eines vormals im Besitz der aus Chemnitz stammenden Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt befindlichen Stuhles im Stile des Empire, den sie einst Heinickes Lehrer Hans Brockhage (1925-2009) vermachte. Foto: Michael Kunze

Schloss Rochsburg zeigt Kunstwerke, einige 500 Jahre alt, deren Präsentation andere Museen ablehnten: Die ab 13. April zu sehenden Stücke sind von Zeit, Mensch und Natur teils arg geschundene. Daraus aber erwächst ihre Kraft.

ROCHSBURG. Das Antlitz des Bischofs ist entzweit. Von der Mitra, der Bischofsmütze, über die Stirn, dann rechts der Nase hinab „Vom tanzenden Faun und der Brikettgabel“ weiterlesen

„Das gab es bei den Medici und auch bei den Einsiedels“

Reges Interesse bei der Vernissage zur Ausstellung "Die Einsiedels und die Vogels" am 4. April 2019 auf Schloss Wolkenburg, nordwestlich von Chemnitz. Bis 18. August werden insbesondere Porträts gezeigt. Foto: Michael Kunze
Reges Interesse bei der Vernissage zur Ausstellung „Die Einsiedels und die Vogels“ am 4. April 2019 auf Schloss Wolkenburg, nordwestlich von Chemnitz. Bis 18. August werden insbesondere Porträts gezeigt. Foto: Michael Kunze

Die einen malten, die andern kauften die Bilder – zwei Generationen hielt das ungewöhnliche Verhältnis zwischen der von den Wettinern geadelten Künstlerfamilie Vogel und den Grafen von Einsiedel. Eine vom Berliner Kunsthistoriker Gerd-Helge Vogel kuratierte Ausstellung auf Schloss Wolkenburg setzt es in Szene.

WOLKENBURG. Beinahe vierzig Ölgemälde, Kohlezeichnungen, Grafiken, dazu Dokumente zeigt die am Donnerstagabend auf Schloss Wolkenburg „„Das gab es bei den Medici und auch bei den Einsiedels““ weiterlesen

Die eine Welt als Fluchtpunkt

Decodiert Ambrogio Lorenzettis Wandgemälde in der Sieneser Sala de la Pace eindrucksvoll: Patrick Boucherons im Berliner Wolff-Verlag erschienener Essay "Gebannte Angst - Siena 1338". Cover: Verlag
Decodiert Ambrogio Lorenzettis Wandgemälde in der Sieneser Sala della Pace eindrucksvoll: Patrick Boucherons im Wolff-Verlag erschienener Essay „Gebannte Angst – Siena 1338“. Cover: Verlag

Die toskanische Stadt Siena birgt in ihrem Palazzo Pubblico ein epochales Wandbild, dessen politische Botschaft bis in die Gegenwart weist. Der Historiker Patrick Boucheron hat das sogenannte Fresko der Guten Regierung nun neu gedeutet. Was hat es uns heute zu sagen?

SIENA. Der amerikanische Politologe Francis Fukuyama war es, der mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion das „Ende der Geschichte“ gekommen sah – und dafür Prügel bezog. Denn das von ihm vorausgesagte weltumspannende Friedenszeitalter aus dem Geiste von Liberalismus und Marktwirtschaft ist ausgeblieben. Ambrogio Lorenzetti sah schon vor 680 Jahren für derlei Euphorie keinen Anlass, als der Maler im Palazzo Pubblico der toskanischen Stadt Siena ein für die politische wie die Kunstgeschichtsschreibung epochales Werk schuf. Der französische Historiker Patrick Boucheron hat es nun neu gedeutet. Nicht nur Fachleuten ist es als allegorisches „‚Fresko‘ der Guten Regierung“ ein Begriff, obwohl es die „Schlechte“ noch eindrücklicher beschreibt.

Der am Pariser Collège de France lehrende Autor hat die auf drei Wänden einer Ratsstube angebrachte, mittelaltertypisch reich codierte und so für heutige Betrachter nicht einfach zu „lesende“ Arbeit, an der sich „Die eine Welt als Fluchtpunkt“ weiterlesen

Rom, 12. Juli 2015

Premiere – das erste Mal in der Ewigen Stadt. Schon nach wenigen Stunden – das Apartment, 250 Meter vom Petersplatz entfernt, ist gerade erst bezogen – stellt sich ein eigenartiges Gefühl ein, eine Art Aus-der-Zeit-gefallen-Sein, ein die Jetztzeit-Zeugenschaft Hinter-sich-lassen, besser: ein Herausgenommen-, Herausgezogen-werden aus der Gegenwart. Hinein in größere (historische, philosophische, religiöse, architektonische) Zusammenhänge. Trotz so gegenwärtiger, zudringlicher Erscheinungen wie des Massentourismus, viel Hundert Meter langer Warteschlangen vor Sankt Peter oder den Vatikanischen Museen, „Rom, 12. Juli 2015“ weiterlesen

Fotoausstellung „South Africa“

Ausstellungs-Visual
Plakatmotiv

So typisch wie der Vogel Strauß für Südafrika ist, so untypisch steht das Land für den gesamten Kontinent. Südafrika hat ­mindestens so viele Einflüsse aufgenommen und Aderlässe aus­gehalten wie der Strauß, der einst in Australien ange­siedelt wurde, aber auf der Arabischen Halb­insel, in Westasien und nördlich der Sahara, wo er einst heimisch war, längst ausgerottet ist. Südafrika und der Strauß gehören zusammen: Unterkriegen lassen sich beide nicht.

Fotoausstellung   27.9. – 13.10.2013
Texte: Michael Kunze, Journalist und Autor (Dresden), Fotos: Jakob Gleisberg (Leipzig)

http://www.kollaborat.de/?p=2732&lang=de#more-2732

Täglich 13–18 Uhr geöffnet, Eintritt frei
Ausstellungseröffnung: 26.9.2013, 18 Uhr
Gesprächsabend: 1.10.2013, 18 Uhr

Ort: Kollaborat – Kommunikation und Gestaltung
Ferdinand-Jost-Str. 31, 04299 Leipzig

[ratings]