Seit bald 15 Jahren entspanne ich ziemlich regelmäßig in der Sauna. Nach einem Aufguss betrat heute eine junge Dame den aufgeheizten Raum. Während die meisten Schwitzgäste ihn schließlich wieder verlassen hatten, breitete sie ihr Handtuch aus und setzte sich im Schneidersitz darauf. So weit, so gewöhnlich. Dann aber folgte eine Premiere, jedenfalls für mich: Sie zog ein Buch hervor, „Bad Füssing, 2. August 2014“ weiterlesen
Autor: Michael_Kunze
Wien, 30. Juli 2014

Zu ihm kamen sie alle. Die Gästeliste seines Hauses liest sich wie das „Who is Who“ aus Kunst, Kultur und Fernsehen der letzten 60 Jahre: Hundertwasser oder Senta Berger, Brandauer oder Canetti, Heimito von Doderer oder Udo Jürgens, Arthur Miller oder Hans Moser, Peter Ustinov oder Andy Warhol oder, oder, „Wien, 30. Juli 2014“ weiterlesen
Unter Politikwissenschaftlern
Auf einer prominent besetzten Tagung der Zunft in Chemnitz wurde weder an Selbstkritik gespart noch solcher gegenüber Politikern. Anlass war die Verabschiedung von Eckhard Jesse in den Ruhestand, der an der TU die Gründungsprofessur des Fachs innehatte.
CHEMNITZ. Wie es um die deutsche Politikwissenschaft „Unter Politikwissenschaftlern“ weiterlesen
Dresden, 26. Juni 2014
Bald vierzehn Jahr ist es her, da haben wir uns kennengelernt. Es war der 2. November des Jahres 2000. Beinahe unser halbes, noch immer junges Leben lang kannten wir uns. An diesen ersten Tag erinnere ich mich deshalb so genau, weil ich meinen Grundwehrdienst nicht am katholischen Fest Allerheiligen anzutreten hatte, „Dresden, 26. Juni 2014“ weiterlesen
Görlitz – Tokio – Euba

Joachim Glaubitz war Statist am Görlitzer Theater, studierte bei Ernst Bloch in Leipzig und ging dann in den Westen. Er leitete das Goethe-Institut in Tokio und beriet nach seiner Rückkehr deutsche Politiker und Industrielle wie Berthold Beitz. Seit 1996 lebt der Japanologe in Chemnitz-Euba – und feierte kürzlich seinen 85. Geburtstag.
EUBA. Der Historiker Eberhard Jäckel hat das 20. Jahrhundert als das deutsche bezeichnet – in seiner ganzen „Görlitz – Tokio – Euba“ weiterlesen
Warum Jesús im Tal der Müglitz arbeitet

Was macht ein sächsischer Unternehmer, der kaum noch Mitarbeiter findet? Er stellt junge Spanier ein und kümmert sich um deren Integration. Dabei spielen Umarmungen und Fahrräder eine Rolle.
DOHNA. Um das Jahr 1400 durchzog eine Blutspur „Warum Jesús im Tal der Müglitz arbeitet“ weiterlesen
„Jeder kämpft für seine Region“
Kreistagskandidaten Heinrich Douffet und Benjamin Karabinski über den demografischen Wandel und die Hausaufgaben in Mittelsachsen
FREIBERG. Am 25. Mai wird der mittelsächsische Kreistag gewählt. Dazu Bilanz gezogen haben nun der älteste und einer der jüngsten Kreisräte aus der zu Ende gehenden Wahlperiode. Ein Gespräch mit Heinrich Douffet (CDU), der am Wahltag seinen 80. Geburtstag feiert, und dem 32-jährigen Benjamin Karabinski (FDP).
Michael Kunze: Kreisrat Heinrich Douffet könnte Ihr Großvater sein, Herr Karabinski. Können Sie „„Jeder kämpft für seine Region““ weiterlesen
Dresden, 7. April 2014
Die Tiefe, schrieb Hugo von Hofmannsthal in seiner „Buch der Freude“ genannten Aphorismensammlung, die Tiefe müsse man verstecken. Um sogleich eine von vielen naheliegenden Fragen, nämlich die nach dem „Wo“, nachzuschieben – und die verblüffende Antwort darauf: an der „Oberfläche“. Nicht nur zwar, doch auch dort also sollten wir nach ihr suchen.
[ratings]
Dresden, 17. März 2014

„Was ist, wenn Europa fällt? Was ginge dann – in spenglerscher Diktion – (noch) unter?“ So fragte Karl zu Schwarzenberg, Tschechiens früherer Außenminister, nicht. Er diagnostizierte vielmehr: „Europa ist in Gefahr.“ Während die Mehrheit des Publikums – um die 350 Gäste waren der Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung in die Dreikönigskirche gefolgt – dabei an die derzeitige Krise zwischen Ukraine und Russland gedacht haben mag, führte sie Schwarzenberg, der 1937 in Prag geborene Nachfahre des Oberbefehlshabers der antinapoleonischen Truppen in der Völkerschlacht, auf eine andere Fährte. Zu sich und gegen sich als Europäer, ließe sie sich beschreiben. Wenn Europa scheitere, lautete sein Credo, dann nicht an einem antiliberalen Russland, das den Europäern derzeit für ihre eigene Unentschlossenheit, ihre über Jahrzehnte gefährlich einseitige Orientierung an Konsum und „Dresden, 17. März 2014“ weiterlesen
So einfach wie mit dem iPad
Jan Schiller und André Heller entwickeln in der Plavis GmbH leicht bedienbare Planungssoftware für mittelständische Unternehmen.
CHEMNITZ. Flink wandern Jan Schillers Finger über einen Bildschirm, der sich durch Berührungen steuern lässt. Der heute 33-Jährige hat 2006 die Softwarefirma Plavis GmbH in Chemnitz gegründet. Sechs Jahre zuvor war der gebürtige Berliner zum „So einfach wie mit dem iPad“ weiterlesen
Dresden, 12. Februar 2014
„Ein Hoch auf das Mittelmaß!“, hat mir heute ein Freund in einer E-Mail zugerufen. Postwendend regt sich Widerspruch in mir, noch bevor ich gelesen habe, was er als Begründung anführt. „Das kann er doch nicht …“, denke ich, und „das meint er nicht so“. Aber ja doch, schiebt er nach. Und verweist – auf das Schicksal Nietzsches. Schon „Dresden, 12. Februar 2014“ weiterlesen
Dresden, 6. Februar 2014
Ursula von der Leyen, die Bundesverteidigungsministerin, wies gestern in einem Fernsehinterview darauf hin, im nordwestafrikanischen Mali sei in etwa die Hälfte der Bevölkerung höchstens 15 Jahre alt. Ich stockte kurz: „Kann das stimmen? 50 Prozent bis 15?“, ging es mir durch den Kopf. „Eine Gesellschaft von Kindern, von Teenagern wäre das.“ Wehe, wenn sie losgelassen! Unfassbar, diese „Dresden, 6. Februar 2014“ weiterlesen
Dresden, 5. Februar 2014
Fast auf den Tag genau zehn Jahre ist es her, als am 4. Februar 2004 der Amerikaner Mark Zuckerberg Facebook gründete. Vorerst im englischsprachigen Raum aktiv, fand es bald auch mit einer deutschsprachigen Version regen Zuspruch. Deutlich mehr als eine Milliarde Nutzer sind mittlerweile rund um den Globus in dem sozialen Internet-Netzwerk registriert. Auf den deutschen Pendants meinVZ und „Dresden, 5. Februar 2014“ weiterlesen
Dresden, 14. Januar 2014
Nach dem dritten Arzttermin binnen einer Woche war mir heute spontan danach, „Ein Danklied sei dem Herrn“ anzustimmen, „für alle seine Gnade … auf unserm Haupt ein jedes Haar,/ er hat’s gezählt, er nimmt sein wahr“. Freude kommt nicht immer unscheinbar daher.
Dresden, 29. Dezember 2013
![Für den Arzt und Gulag-Insassen Wilhelm Starlinger lag China in den fünfziger Jahren zwar zunächst einmal "hinter Russland", worauf auch der Titel seines Buches hinwies. Dass das Land schon damals dabei war, sich aus dieser Randlage herauszuarbeiten, war Starlinger im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen aber nicht verborgen geblieben: "Die Zeit geht heute schnell - [...] auch [...] im Morgenland, seit China sich entschloß, nicht mehr Jahrhunderte zu meditieren, sondern in Jahren und Jahrzehnten zielbewußt zu handeln!" Foto: Michael Kunze.](http://michael-kunze.net/wp-content/uploads/2013/12/IMG_6074a-300x289.jpg)
Langenhessen, 26. Dezember 2013
Am zweiten Weihnachtstag feiert die Kirche das Fest des Hl. Stephanus, des Erzmärtyrers, der der Apostelgeschichte zufolge noch im Sterben für seine Verfolger gebetet haben soll. In seiner Predigt stellte der Priester in der Werdauer Kirche St. Bonifatius dazu eine „Langenhessen, 26. Dezember 2013“ weiterlesen
Aus dem Chemnitzer Osten in die Datenwolke
Martin Böhringer und seine Mitstreiter arbeiten an unternehmensinternen Kommunikationsmedien.
CHEMNITZ. Am Anfang stand die Cloud, die Datenwolke des Internets – „und ein Abbruchhaus im Chemnitzer Osten“, fügt Martin Böhringer hinzu. Dort nämlich fanden der 28-Jährige und seine drei Mitstreiter zunächst Unterschlupf, als sie im „Aus dem Chemnitzer Osten in die Datenwolke“ weiterlesen
Paris, 13.-15. Dezember 2013

Frankreichs Niedergang scheint unabwendbar für den, der der Berichterstattung deutscher Medien Glauben schenkt. Ökonomisch sei das Land am Ende, Reformen wie die von Ökonomen und Unternehmern geforderte Flexibilisierung des Arbeitsmarktes blieben aus, während die Arbeitslosenzahlen in den letzten Monaten „Paris, 13.-15. Dezember 2013“ weiterlesen
Lichtblick auf Dreizehngrad
Alexander Paul Finke und Jörg Zinser verkaufen Holzfurnierleuchten.
DRESDEN. Der eine kam aus Greifswald im Nordosten Deutschlands, der andere aus Freudenstadt im Südwesten – getroffen haben sich beide nicht ganz auf halbem Wege, aber fast, nämlich in Dresden. Auf dem dreizehnten Längengrad noch dazu, denn auf ihm liegt die Stadt, die der jungen Firma bei der Namenswahl Pate „Lichtblick auf Dreizehngrad“ weiterlesen
Dresden, 9. Dezember 2013
„Ossis neuen Typs“ hat sie eine Sprecherin der Bundesstiftung Aufarbeitung kürzlich genannt. Gemeint hat die Dame die sogenannte 3te Generation Ost, eine Gruppierung von Ostdeutschen, die von Mitte der siebziger bis Mitte der achtziger Jahre geboren wurde – junge Leute also, die die DDR nurmehr im Kindheits- oder frühen „Dresden, 9. Dezember 2013“ weiterlesen