30 Jahre Antiquariat Gerhard Eilert in Meißen

MEISSEN. Bei der Burg­stra­ße in Mei­ßen han­delt es sich wohl um die ein­zi­ge Klein­stadt­la­ge Sach­sens, in der ein Anti­qua­ri­at noch wirt­schaft­lich zuerst als Laden­ge­schäft betrie­ben wer­den kann. Ger­hard Eilert, gebo­ren wie die Kol­le­gen Wolf­gang Neu­bert (Thal­heim) und Claus Kun­ze (Dres­den) 1947 „30 Jah­re Anti­qua­ri­at Ger­hard Eilert in Mei­ßen“ wei­ter­le­sen

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Ein Fluss, der Leonardo und Sankt Martin verbindet

Wie Gott in Frank­reich – im Schloss­gar­ten von Vil­lan­dry. Foto: Micha­el Kunze

Gleich einer Per­len­ket­te rei­hen sich zahl­lo­se Schmuck­stü­cke zu bei­den Sei­ten der Loire anein­an­der. Sie zeu­gen von Gel­tungs­drang, Lebens­lust und tie­fer Gottesbeziehung.

REIMS/TOURS/NANTES. Wer wie wir von Nord­os­ten ins Französische hineinfährt, kann bei­na­he nicht anders, als in Reims und Char­tres halt­zu­ma­chen, selbst wenn das geo­gra­phi­sche Ziel der Rei­se Hun­der­te Kilo­me­ter ent­fernt liegt. Gilt die Rede vom Weg als Ziel etwas, dann in sol­cher Hin­sicht. Wir müssen „Ein Fluss, der Leo­nar­do und Sankt Mar­tin ver­bin­det“ wei­ter­le­sen

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Hüter des Buches

Anti­qua­ria­te haben es in Zei­ten gras­sie­ren­der Lese­faul­heit und von Inter­net­mo­no­po­lis­ten schwer. Wer reüssieren will, muss neben einem überzeugenden Ange­bot vor allem eine ein­neh­men­de Persönlichkeit haben.

BAUTZEN. Erst seit knapp fünf Jah­ren führe ich als ehe­ma­li­ger Zei­tungs­jour­na­list ein Ladengeschäft für alte Bücher und Gra­fi­ken im Schat­ten des Bautz­e­ner Domes in der Ober­lau­sitz. Weni­ge Meter wei­ter „Hüter des Buches“ wei­ter­le­sen

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Italiens Norden liegt in Bayern

Die Pas­sau­er Alt­stadt mit Dom, Ves­te Ober­haus (hin­ten) und ehe­ma­li­ger, dop­pel­tür­mi­ger Jesui­ten­kir­che, von der Inn­stadt aus gese­hen. Foto: Micha­el Kunze

Pas­sau bie­tet mehr als drei Flüs­se und stei­ner­ne Pracht – auf Besuch an einer Schnitt­stel­le der Kulturen.

PASSAU. Wel­cher ist der nörd­lichs­te Ort Ita­li­ens? Regens­burg? Mit Geschlech­ter­tür­men, die träu­men las­sen von Bolo­gna, Luc­ca, San Gimigna­no. Kommt die Fürs­tin hin­zu, Tor­re e Tas­so, die mit ihrer Italo­phi­lie nicht hin­term Berg hält. Den­noch seh­ne ich mich, um hier­zu­lan­de dem Drang nach Licht und Leich­tig­keit Rich­tung zu ver­schaf­fen, zuerst nach Pas­sau, „Ita­li­ens Nor­den liegt in Bay­ern“ wei­ter­le­sen

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„Ich frage dann, wie kann es gut und besser weitergehen?“

Pater Mau­rus Kraß vor dem Hoch­al­tar der Wech­sel­bur­ger Basi­li­ka – er ist Bene­dik­ti­ner­mönch und seit 2012 Pri­or des Etta­ler Toch­ter­klos­ters in Mit­tel­sach­sen. Foto: Micha­el Kunze

Der Pri­or des Wech­sel­bur­ger Bene­dik­ti­ner­klos­ters, Pater Mau­rus Kraß, schaut trotz man­cher Her­aus­for­de­rung wäh­rend sei­nes Diens­tes in Klos­ter Ettal und an der Zwi­ckau­er Mul­de dank­bar auf 40 Jah­re Pries­ter­tum zurück. Oben­drein wirft ein gro­ßes geist­li­ches Pro­jekt für die Basi­li­ka ver­hei­ßungs­vol­le Schat­ten voraus.

WECHSELBURG. Als vor Tagen einer der erfah­rens­ten Kunst­his­to­ri­ker Sach­sens mit einer Rei­se­grup­pe an der Ost­see­küs­te die Spu­ren Cas­par „„Ich fra­ge dann, wie kann es gut und bes­ser wei­ter­ge­hen?““ wei­ter­le­sen

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Der Mönch von der Ostseeküste

In der Wech­sel­bur­ger Stifts­ba­si­li­ka, bei sich, mit Gott: Bene­dik­ti­ner­pa­ter Joseph Som­mer. Foto: Micha­el Kunze

Andre­as Som­mer war Pfar­rer von Stral­sund, sein Spren­gel drei­mal so groß wie Ber­lin. Nun ist er im mit­tel­säch­si­schen Wech­sel­burg Pater Joseph. Geflo­hen sei er nicht – was dann?

WECHSELBURG. Wer heu­te an Bene­dik­ti­ner­mön­che denkt, hat in säch­si­schen Brei­ten neben dem klei­nen Wech­sel­bur­ger Kon­vent viel­leicht Eti­ket­ten von Weiß­bier­fla­schen im Sinn oder baye­ri­sche Urlaubs­idyl­le, nicht aber Ost­see­küs­te „Der Mönch von der Ost­see­küs­te“ wei­ter­le­sen

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Sehnsucht nach Altaussee

Im Winter 2023/24 geht es still zu am Altausseer See - Schnee hält sich nur auf den Wipfeln der umliegenden Berge. Foto: Michael Kunze
Im Win­ter 2023/24 geht es still zu am Alt­aus­seer See – Schnee hält sich nur auf den Gip­feln der umlie­gen­den Ber­ge; vorn: das Hotel „See­vil­la“. Foto: Micha­el Kunze

Der klei­ne stei­ri­sche Teil des Salz­kam­mer­guts liegt ab vom Schuss. Doch der Ruf als eins­ti­ge Künst­ler-Som­mer­fri­sche trägt noch immer.

ALTAUSSEE. Der Schrift­stel­ler Raoul Auern­hei­mer ist ver­ges­sen. Er indes war es, der das Bild von der wei­ten, dunk­len Was­ser­flä­che präg­te, einem über­gro­ßen Tin­ten­fass gleich, in das die som­mer­fri­scheln­den Ver­tre­ter sei­ner Zunft von ihren Domi­zi­len am Ufer aus ihre Feder­kie­le tauch­ten. Spä­ter stell­ten sie, von Wien oder Salz­burg oder aus dem Aus­land zu Erho­lung „Sehn­sucht nach Alt­aus­see“ wei­ter­le­sen

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Abtei St. Marienthal verkauft Bibliothek an Freistaat Sachsen

Sach­sens Kul­tur­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Klepsch (CDU), Äbtis­sin M. Eli­sa­beth Vaterodt OCist sowie der Gene­ral­se­kre­tär der Ernst-von-Sie­mens-Kunst­stif­tung, Mar­tin Hoer­nes, betrach­ten zwei beson­de­re Stü­cke der St. Mari­en­tha­ler Biblio­thek. Für kur­ze Zeit sind sie in der Schatz­kam­mer der SLUB aus­ge­stellt. Foto: Micha­el Kunze

Der Groß­teil der Dru­cke bleibt als Dau­er­leih­ga­be im Klos­ter, wäh­rend Hand­schrif­ten und Urkun­den nach Leip­zig und Dres­den gehen.

DRESDEN/OSTRITZ. Die Zis­ter­zi­en­se­rin­nen-Abtei St. Mari­en­thal im süd­ost­säch­si­schen Ost­ritz hat ihre Biblio­thek an den Frei­staat Sach­sen ver­kauft: ins­ge­samt rund 2700 Titel. Nach mehr als zwei Jah­ren Ver­hand­lung sind dafür 5,5 Mil­lio­nen Euro geflos­sen. „Abtei St. Mari­en­thal ver­kauft Biblio­thek an Frei­staat Sach­sen“ wei­ter­le­sen

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Eidgenössisches Kanton war preußisches Fürstentum

Blick von der Ter­ras­se vor Neu­en­bur­ger Kol­le­gi­at­kir­che und Schloss auf Stadt und See, dahin­ter die mil­de anstei­gen­den Berg­ket­ten. Foto: Micha­el Kunze

Man­cher Bruch ist der Stadt am größ­ten See auf schwei­ze­ri­schem Ter­ri­to­ri­um wider­fah­ren. Lebens­wert blieb sie dennoch.

NEUENBURG. Neu­châ­tel auf einen Nach­mit­tag, wie wir es uns vor­ge­nom­men haben – das ist ein ambi­tio­nier­tes Unter­fan­gen; wir ver­su­chen es den­noch und ent­stei­gen dem Wagen am Ufer des gleich­na­mi­gen Sees in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft des Hotels „Beau-Rivage“. „La Pas­se­rel­le de l’Utopie“ ist jener Steg getauft, der hier auf die wei­te, „Eid­ge­nös­si­sches Kan­ton war preu­ßi­sches Fürs­ten­tum“ wei­ter­le­sen

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Ein Haus der polnischen Kultur

Dres­de­ner Wohn­statt des pol­ni­schen Exi­lan­ten und Schrift­stel­lers J. I. Kra­szew­ski in den Jah­ren 1873 bis 1879, seit 1960 Muse­um zu sei­nen Ehren. Foto: Micha­el Kunze

Wenig bekannt ist das Dres­de­ner Kra­szew­ski-Muse­um. Dabei erin­nert es an einen der pro­duk­tivs­ten Schrift­stel­ler aller Zei­ten, vie­le ande­re – und taugt auch als Begegnungsort.

DRESDEN. Als grü­nes Refu­gi­um, noch im Herbst, liegt es in der Groß­stadt: das eins­ti­ge Anwe­sen des pol­ni­schen Schrift­stel­lers Józef Igna­cy Kra­szew­ski (1812–1887). Von 1873 bis 1879 leb­te der pro­duk­tivs­te Autor des Nach­bar­lan­des – er hin­ter­ließ allein mehr als 220 Roma­ne – in dem spät­klas­si­zis­ti­schen Land­haus „Ein Haus der pol­ni­schen Kul­tur“ wei­ter­le­sen

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Der Alltagsrezensent

Für den Ein­stieg: der 1975 im Ver­lag „Volk und Welt“ erschie­ne­ne Sam­mel­band „Die Mis­si­on des Luft­bal­lons“, dazu der Text „An den Freund“ in dem bei Rowohlt 1929 ver­öf­fent­lich­ten Aus­wahl-Buch „Schwarz auf Weiß“. Foto: Micha­el Kunze

Vor 150 Jah­ren wur­de der öster­rei­chi­sche Jour­na­list und Kri­ti­ker Alfred Pol­gar geboren

WIEN/BERIN. Die Suche nach einem Haupt­werk wird als ver­geb­li­che enden. Alfred Pol­gar hat kei­nes hin­ter­las­sen. Der spä­te­re „Meis­ter der klei­nen Form“ erblick­te vor 150 Jah­ren in der Wie­ner Leo­pold­stadt das Licht der Welt, am 17. Okto­ber 1873. Der Last, die sol­che Zuschrei­bung trotz Viel­sei­tig­keit mit sich brach­te, wur­de er sich bewusst: „Ich bin“, schrieb er 1951 an Alfred Neu­mann, „seit Jahr und Tag als Feuil­le­to­nist stigmatisiert.“

Zurecht oder nicht: Dar­in liegt der Haupt­grund, war­um sein Name, anders als noch vor drei­ßig, vier­zig Jah­ren, bei vie­len Zeit­ge­nos­sen kaum mehr Asso­zia­tio­nen her­vor­ruft. Weni­ge sind noch am Leben, die sei­ne Tex­te in den Zei­tun­gen gele­sen haben. Also: „War­um und zu wel­chem Ende stu­die­ren wir „Der All­tags­re­zen­sent“ wei­ter­le­sen

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Mit Stift und Pinsel nach „Manhattan-Ost“

Die Wech­sel­bur­ger Stifts­ba­si­li­ka „Hei­lig Kreuz“, von Osten gese­hen – Gra­phit auf Papier von Jakob Gleis­berg. Foto: Jakob Gleisberg

Seit dem Kunst­stu­di­um sind Jakob Gleis­berg und Kris­tof Gru­n­ert befreun­det. Lan­ge schon zie­hen sie som­mers zeich­nend übers Land – dies­mal von Geit­hain über Wech­sel­burg, Cos­sen, Rochs­burg nach Burgstädt.

WECHSELBURG/BURGSTÄDT. Blei- und Koh­le­stift, Tusche, ein paar Hab­se­lig­kei­ten – mehr packen der aus Gör­litz stam­men­de Leip­zi­ger Jakob Gleis­berg und der Dres­de­ner Kris­tof Gru­n­ert nicht ein, wenn sie sich jähr­lich som­mers durch Sach­sen auf Wan­der­schaft bege­ben, um gemein­sam zu zeich­nen: dies­mal „Mit Stift und Pin­sel nach „Man­hat­tan-Ost““ wei­ter­le­sen

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Am Schnittpunkt von Raum und Zeit

Die Por­te Noi­re, unter­halb der Kathe­dra­le von Besan­çon über einer schma­len Stra­ße auf­ra­gend, wur­de im Jah­re 175 unter Kai­ser Marc Aurel errich­tet. Foto: Micha­el Kunze

Kel­ti­schen Ursprungs, war Besan­çon lan­ge Zeit römisch, spä­ter reichs­un­mit­tel­bar und liegt für vie­le deut­sche Rei­sen­de doch nur am Weg gen Süden. Dabei hat die Stadt Auf­merk­sam­keit verdient.

Als der Kul­tur­his­to­ri­ker Wil­helm Hau­sen­stein 1927 schrieb, sie lebe nach drei Sei­ten – der römi­schen, der deut­schen und der fran­zö­si­schen –, war ihr alter Name Bisanz noch ein Begriff. Heu­te wird man das nicht mehr behaup­ten kön­nen. Geblie­ben ist das „sum­men­de, dunk­le Besan­çon, das nach fran­zö­si­schem Rot­wein zu schme­cken schien“, Haupt­stadt der Fran­che-Com­té im Osten des Lan­des. Hau­sen­stein nahm den Bericht über sei­nen Besuch auf in den Band „Rei­se in Südfrankreich“.

Weit­hin aus in der Regi­on ver­brei­te­tem grau-blau­en Kalk­stein gemau­ert, liegt die beleb­te Alt­stadt orga­nisch gewach­sen vor dem Betrach­ter. Sie wirkt, wären die Tem­pe­ra­tu­ren nied­ri­ger, eher atlan­tisch-kühl, ruht in schlich­ter Ele­ganz – hin­ein­ge­fügt als Gene­ra­tio­nen-Werk in eine bei­na­he zuge­bun­de­ne Schlei­fe des kris­tall­kla­ren Flüss­chens Doubs. Wo jene Win­dung nach Süd­os­ten hin offen­ge­blie­ben ist, steigt ein von der gewal­ti­gen Zita­del­le bekrön­ter Fels­ke­gel auf. Hier harr­te im Jah­re 1870 der Schrift­stel­ler Theo­dor Fon­ta­ne (1819–1898) für eini­ge Wochen sei­nes Schick­sals. Als Kriegs­be­richt­erstat­ter war er im Deutsch-Fran­zö­si­schen Krieg an die Front ent­sandt und gefan­gen­ge­nom­men wor­den – ob sei­ner Sprach­kennt­nis­se „Am Schnitt­punkt von Raum und Zeit“ wei­ter­le­sen

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Der transalpine Brückenbauer

Sinn­bild Pas­saus neben den drei Flüs­sen: der Dom, des­sen Orgel Rein­hard Raf­falt beson­de­re Bedeu­tung zumaß. Deren Spiel­tisch nann­te er einen der drei Thro­ne der Kathe­dra­le. Foto: Micha­el Kunze

Eine Bio­gra­phie wür­digt den gro­ßen Kul­tur­ver­mitt­ler Ita­li­ens, Rein­hard Raf­falt, zu des­sen 100. Geburtstag.

PASSAU/MÜNCHEN/ROM. Am 16. Juni 1976 starb mit Rein­hard Raf­falt der Deu­ter roma­ni­scher Welt in bun­des­re­pu­bli­ka­ni­scher Nach­kriegs­zeit. Er stand „Der tran­sal­pi­ne Brü­cken­bau­er“ wei­ter­le­sen

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Mehr als der Ort einer einst berüchtigten Haftanstalt

Baut­zen – so, wie es sich selbst gern sieht: von der Friedens‑, vor­mals Kron­prin­zen­brü­cke. Foto: Micha­el Kunze

Ein Gewirr von Gie­beln, Tür­men, Zin­nen: Wer Baut­zens Schön­heit und Viel­falt zu erspü­ren sucht, soll­te sich Zeit neh­men für die über der Spree sich erhe­ben­de, weit­hin baro­cke Alt­stadt auf mit­tel­al­ter­li­chem Grundriss.

BAUTZEN. Nur weni­ge ahnen, dass sich in Baut­zen weit mehr auf­tun lässt als die wich­ti­ge Gedenk­stät­te der einst berüch­tig­ten DDR-Haft­an­stalt. Wäh­rend Gör­litz längst scha­ren­wei­se Gäs­te anlockt, gilt die Stadt an der Spree als „Mehr als der Ort einer einst berüch­tig­ten Haft­an­stalt“ wei­ter­le­sen

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Als Flaneur an der Donau

Das Café Prückel zählt zu den weni­gen, die an der Wie­ner Ring­stra­ße über­lebt haben und zu den authen­tischs­ten Häu­sern der Innen­stadt oben­drein. Foto: Micha­el Kunze

Wo ist Wien zu fin­den; was macht es aus? Das hängt davon ab, was man sucht. Ein Spaziergang.

WIEN. Wien! „Wer die Stadt nennt“, schrieb Hel­muth Bur­gert 1937, „hört einen Gei­gen­ton mit­schwin­gen.“ Als wir uns am Tag nach Chris­ti Him­mel­fahrt den Weg vom Früh­stück im ehr­wür­di­gen Café Prückel über die Woll­zei­le in die Stadt bah­nen, tönen von Fer­ne ande­re Klän­ge. Die USC Tro­jan Mar­ching Band aus Los Ange­les, einst mit Micha­el Jack­son oder Dia­na Ross auf der Büh­ne, gibt am Ste­phans­platz ein Kon­zert mit Pau­ken und Trom­pe­ten, Tuben, Saxo­fo­nen. Son­ne satt, wie in Kali­for­ni­en, brennt auf die auch mit Tanz­ein­la­gen auf­war­ten­de Kapel­le und die Men­schen­scha­ren vor „Als Fla­neur an der Donau“ wei­ter­le­sen

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Von BMW ins Kloster

Schwes­ter Maria Mech­tild But­ta­la ist Prio­rin des Zis­ter­zi­en­ser­klos­ters Mari­en­thal im süd­ost­säch­si­schen Ost­ritz. Foto: Micha­el Kunze

Sie hat­te alles, wovon vie­le Men­schen träu­men: eine gute Anstel­lung, eine schö­ne Woh­nung, ein schnel­les Auto. Doch Iris But­ta­la fand dar­in kei­ne Erfül­lung und wähl­te einen andern Weg.

MARIENTHAL. Fas­sungs­los sei­en ihre Eltern gewe­sen. Die Mut­ter wähnt sie in einer Mid­life-Cri­sis. Arbeits­kol­le­gen reagie­ren nicht anders. „Hät­te ich eine Bank aus­ge­raubt“, so Schwes­ter Maria Mech­tild But­ta­la beim Gespräch im Zis­ter­zi­en­se­rin­nen­klos­ter St. Mari­en­thal, „wären die Äuße­run­gen nicht schlim­mer vor­stell­bar gewe­sen.“ Dabei sind es Reak­tio­nen von Fami­lie und Freun­den auf den Ent­schluss, Non­ne zu werden.

Gebo­ren 1958 im hes­si­schen Darm­stadt, wächst sie mit zwei jün­ge­ren Geschwis­tern im Süd­wes­ten Bay­erns auf – die Mut­ter katho­lisch, der Vater luthe­risch. Sie erlebt in der Fami­lie die sei­ner­zeit ver­brei­te­ten kon­fes­sio­nel­len Span­nun­gen, wird römisch-katho­lisch getauft. In ein Klos­ter ein­zu­tre­ten, einen Orden – in ihrer Jugend sei das kein The­ma gewe­sen, obwohl die fami­liä­ren Umstän­de eher hal­fen, ihre Glau­bens­pra­xis zu ver­tie­fen. „Ich habe immer gebe­tet und gegen­über mei­ner evan­ge­li­schen Groß­mutter, die gern ein wenig pro­vo­zier­te, mei­nen Glau­ben ver­tei­digt“, sagt sie in der Rück­schau. Auch But­ta­la durch­lebt Pha­sen, in denen bei­spiels­wei­se die Sonn­tags­mes­se für sie nicht obli­ga­to­risch ist. „Von BMW ins Klos­ter“ wei­ter­le­sen

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Wozu soll es dienen, dieses Notizbuch – und wem?

Hier wird das Rad nicht neu erfun­den. Wie ande­re Notiz- oder Tage­bü­cher, so ist auch die­ses zunächst der Ort, an dem Gedan­ken, Ideen, Zita­te, Refle­xio­nen in unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den nie­der­ge­schrie­ben wer­den, kurz: der Ort für Erleb­nis­se jed­we­der Art des Schrei­bers, die es sei­ner Mei­nung nach ver­die­nen, über den Tag hin­aus „geret­tet“, erin­nert zu wer­den. Notiz­buch führt er, wie ande­re, zunächst und zuerst: für sich. War­um dann die­se Pro­sti­tu­ti­on? Nicht Anbie­de­rung steht im Vor­der­grund, son­dern: Aus­ein­an­der­set­zung, auch Selbst­ver­ge­wis­se­rung. Anders als beim ana­lo­gen Äqui­va­lent führt der Schrei­ber sie hier nicht nur mit sich selbst oder er ver­ge­wis­ser­te sich bloß sei­ner, indem er das Notier­te noch­mals und dann viel­leicht anders läse oder bedach­te. Beson­ders, wenn auch nicht neu zu nen­nen wäre viel­mehr die Mög­lich­keit des Ein‑, des Wider– und des Zuspruchs, die sich dem Leser bie­tet. Nicht ego­is­tisch ist das, eher eine Form des Tei­lens aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven unter beson­de­ren Umständen.

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Dresden, 29. Januar 2023

Wer? Was? Wann? Wo? Wie? lau­ten die fünf W des Nach­rich­ten­jour­na­lis­mus – früh habe ich sie mir ein­ge­prägt. Aus den Ant­wor­ten kre­denzt der Recher­cheur die See­len­spei­se der News-Jun­kies. Halb­werts­zeit, viel­fach: weni­ger als einen Tag lang. – Weit mehr inter­es­sier­te mich früh ein sechs­tes W, das sich mit War­um aus­buch­sta­bie­ren lässt. Jour­na­lis­ten­schu­len sehen es gern Repor­ta­gen, Kom­men­ta­ren, Berich­ten „Dres­den, 29. Janu­ar 2023“ wei­ter­le­sen

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Vor 100 Jahren auf Schlössertour durch Mittelsachsen

Artur Hen­ne hat zwi­schen den Welt­krie­gen zu den bekann­tes­ten Radie­rern Sach­sens gezählt. Wäh­rend die Ansich­ten aus dem Osten des Frei­staats von dem in sei­ner Wahl­hei­mat Lieb­stadt vor 60 Jah­ren ver­stor­be­nen Künst­ler nach wie vor prä­sent sind, gilt es, jene um Penig, Roch­litz oder Augus­tus­burg ent­stan­de­nen erst wiederzuentdecken.

ROCHLITZ/KRIEBSTEIN. Vor knapp 20 Jah­ren, zum 40. Todes­tag, ist dem Künst­ler Artur Hen­ne in Lieb­stadt eine Aus­stel­lung gewid­met wor­den: in der kleins­ten Stadt Sach­sens, 15 Kilo­me­ter süd­west­lich von Pir­na. 1945 war der idyl­li­sche Ort, über dem Schloss Kuckuck­stein thront, end­gül­tig Hen­nes Wahl­hei­mat gewor­den und blieb es bis „Vor 100 Jah­ren auf Schlös­ser­tour durch Mit­tel­sach­sen“ wei­ter­le­sen

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