Tag Archives: Mittelsachsen

WECHSELBURG/MARBELLA. 2710 Kilometer und 26 Stunden Autofahrt sind es von Wechselburg, wo Rudolf Graf von Schönburg im September 1932 auf dem Schloss seiner Familie geboren wurde, nach Marbella, der nahe Gibraltar gelegenen spanischen Stadt am Mittelmeer. Dort lebt er seit 1956. Elf Jahre zuvor floh der damals Zwölfjährige mit Geschwistern und Mutter vor der Roten Armee aus der Heimat. Im Telefongespräch berichtet er von seinen Erlebnissen vor 74 Jahren.

Wann genau mussten Sie 1945 aufbrechen?

Am 18. Mai, bald nach Kriegsende, fuhr ein sowjetischer Privatwagen am Schloss in Wechselburg vor ... weiter lesen

Auf Schloss Rochsburg zeigt Restaurator Thomas Heinicke bis November die von ihm und seiner Frau kuratierte Ausstellung "Das geschundene Kunstwerk" - darunter auch die Lehne eines vormals im Besitz der Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt befindlichen Stuhles im Stile des Empire. Foto: Michael Kunze

Schloss Rochsburg zeigt die von Restaurator Thomas Heinicke und seiner Frau kuratierte Ausstellung "Das geschundene Kunstwerk" - darin auch die Lehne eines vormals im Besitz der aus Chemnitz stammenden Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt befindlichen Stuhles im Stile des Empire, den sie einst Heinickes Lehrer Hans Brockhage (1925-2009) vermachte. Foto: Michael Kunze

Schloss Rochsburg zeigt Kunstwerke, einige 500 Jahre alt, deren Präsentation andere Museen ablehnten: Die ab 13. April zu sehenden Stücke sind von Zeit, Mensch und Natur teils arg geschundene. Daraus aber erwächst ihre Kraft.

ROCHSBURG. Das Antlitz des Bischofs ist entzweit. Von der Mitra, der Bischofsmütze, über die Stirn, dann rechts der Nase hinab ... weiter lesen

Die auf das Jahr 1873 datierte Medaille mit der Inschrift "Aedes Instaurata Wechselburgi" ist wohl im Zusammenhang mit der Konversion des Grafen von Schönburg-Glauchau nebst Gattin im Jahr 1869 und der 1871 bis 1884 erfolgten Renovierung der damaligen Wechselburger Schlosskirche entstanden. Sie zeigt das in der römischen Kirche Sant' Alfonso aufbewahrte Gnadenbild Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe. Eine Kopie davon schenkte Papst Pius IX., dessen Konterfei auf der Rückseite abgebildet ist, dem Ehepaar. Foto: Stephan von Spies

Die auf 1873 datierte Medaille ist wohl im Kontext der Renovierung der Wechselburger Schlosskirche und der Geburt des ersehnten Erben im gleichen Jahr in Rom entstanden (Inschrift: "Wechelsburgi" statt "Wechselburgi"). Sie zeigt das in der römischen Kirche Sant' Alfonso aufbewahrte Gnadenbild Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe. Eine Kopie davon schenkte Papst Pius IX., dessen Konterfei auf der Rückseite abgebildet ist, dem Grafen von Schönburg. Foto: Elisabeth Meuser

Vor 150 Jahren konvertierte der protestantische Carl von Schönburg-Glauchau. Ein langer, hart geführter Kulturkampf folgte, der über Sachsen hinaus beträchtliches Aufsehen erregte.

WECHSELBURG. "Graf unter Polizeischutz", Kontroversen in der sächsischen Presse, von der römischen "ungebührlich aufgebauscht", "erhebliche Unruhe in konservativen protestantischen Adelskreisen", Untertanen verweigern Kirchengebet – so lauten ... weiter lesen

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, ist am 12. November im mittelsächsischen Wechselburg zu Gast gewesen. Anlass dafür war die Erhebung der Kirche zur ersten "Basilica minor" jenseits Berlins in Ostdeutschland durch Papst Franziskus. Foto: Michael Kunze

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, ist am 12. November im mittelsächsischen Wechselburg zu Gast gewesen. Anlass dafür war die Erhebung der ehemaligen Stiftskirche zur "Basilica minor". Foto: Michael Baudisch

Die ehemalige Stiftskirche in Wechselburg ist als erste jenseits Berlins in Ostdeutschland zur "Basilica minor" erhoben worden. Was bedeutet das?

WECHSELBURG. Seit dem 18. Jahrhundert wird der Ehrentitel "Basilica minor" von den Päpsten in Rom an besondere Kirchen weltweit verliehen - nun auch an die frühere Wechselburger Stifts- und heutige Pfarr-, Kloster- und Wallfahrtskirche "Heilig Kreuz". Längst wird ... weiter lesen

Pater Ansgar Orgaß vom Wechselburger Benediktinerpriorat bei einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Rochlitzer Schlossplatz im Jahr 2015. Foto: privat

Pater Ansgar Orgaß vom Wechselburger Benediktinerpriorat bei einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Rochlitzer Schlossplatz im Jahr 2015. Foto: privat

Was Mittelsachsen über ihren Landkreis sagen, der vor zehn Jahren gegründet worden ist. Heute: Pater Ansgar, Benediktinermönch und katholischer Pfarrer von Wechselburg und Burgstädt.

WECHSELBURG. 25 Jahre ist Pater Ansgar im August in Wechselburg zu Hause, mit wenigen Unterbrechungen - etwa für sein Theologiestudium Anfang der 1990er-Jahre. Seit 2010 leitet der Benediktinermönch die hiesige katholische Pfarrei, zu der seit 2005 auch Burgstädt gehört. Die Zusammenlegung der vormals selbstständigen Landkreise in mehreren Etappen zu einem großen hat er daher miterlebt.

Die jüngste Verwaltungsreform, die lange die Gemüter erregte, ließ ihn dennoch einigermaßen ungerührt. Zwar stehen auch die Strukturen der katholischen Kirche mangels junger Pfarrer und wegen schrumpfender Gläubigenzahl unter Druck - auf dem Gebiet der Pfarrei seien nur etwa 1,8 Prozent der Bürger Katholiken, sachsenweit sind es knapp 4 Prozent. Zur Kreisgebietsreform stand das aber in keiner Verbindung. ... weiter lesen