Politik

Sag mir, wo Du stehst - als Konservativer! Keine ganz einfache Aufgabe, wenn man es mit einem Begriff zu tun hat, der nicht auf eine unverfügbare Substanz bezogen ist, sondern in den Zeitläuften je verschieden in Relation zu den Umständen definiert wird. Cover: Verlag

Sag mir, wo Du stehst - als Konservativer! Keine einfache Aufgabe, wenn man es mit einem Begriff zu tun hat, der nicht auf eine unverfügbare Substanz bezogen ist, sondern sich über die Zeiten wandelt. Cover: Verlag

Konservative wollen sich dem gesellschaftlichen Wandel nicht verweigern, ihn aber verlangsamen, steuern. Ein neuer Sammelband, herausgegeben vom Dresdener Repräsentanten der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, Joachim Klose, und dem einstigen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert, gibt Aufschluss darüber, wie.

DRESDEN. Was ist konservativ, wer, wozu? Woran lässt sich konservative Politik ablesen? Seit selbst der einst dem Maoismus nahestehende baden-württembergische Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann für "eine neue Idee des Konservativen" wirbt, ist Verwirrung über diese und andere Fragen naheliegend, wird das Dilemma der Konservativen deutlich, die, parteipolitisch jahrzehntelang vorrangig an die Union gebunden, zwischen AfD, Grünen und - wie Thüringen zeigt - manchmal auch der Linkspartei zerrieben zu werden drohen.

Ein neuer Sammelband, herausgegeben vom sächsischen Landesbeauftragten der Adenauerstiftung, Joachim Klose, sowie von Ex-Bundestagspräsident Norbert Lammert, nimmt nun Anlauf, verlorenes Terrain zurückzuerobern. Klose und Lammert suchen nach einem modernen, gar progressiven Konservatismus. Das wirkt zunächst arg glatt, verdeutlicht aber die Herausforderung, vor ... weiter lesen

Das St.-Pius-Haus in Schirgiswalde, südlich von Bautzen, hat einen neuen Eigentümer, nachdem es das katholische Domkapitel verkauft hat. Vor 175 Jahren wurde in dem Gebäude sächsisch-böhmische Geschichte geschrieben. Foto: Michael Kunze

Das St.-Pius-Haus in Schirgiswalde, umgeben von einem großen Park, hat einen neuen Eigentümer, nachdem es das katholische Domkapitel in aller Stille verkauft hat. Vor 175 Jahren wurde in dem einstigen Sommersitz hoher kirchlicher Würdenträger sächsisch-böhmische Geschichte geschrieben. Foto: Michael Kunze

Jahrelang wollte das Domkapitel St. Petri zu Dresden den früheren Sommersitz in Schirgiswalde bei Bautzen mangels Verwendungsmöglichkeiten veräußern. Nun ist es, kurz vor einem wichtigen Jubiläum, gelungen – unklar bleibt vorerst, an wen.

SCHIRGISWALDE/DRESDEN. Wie erst jetzt öffentlich wurde, hat das Domkapitel St. Petri zu Dresden seine frühere, auch als sächsisches Castel Gandolfo bekannte Sommerresidenz in Schirgiswalde verkauft. Das um 1700 errichtete und später umgebaute St.-Pius-Haus mit großzügigem Park, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg eine Kirchenmusikschule untergebracht war und später ein katholischer Kindergarten, der 2006 auszog, stand danach leer. Das katholische Domkapitel als Eigentümer suchte mangels eigener Verwendungsmöglichkeiten und auf ... weiter lesen

Vor 65 Jahren starb der heute weithin vergessene katholische Publizist Waldemar Gurian. Es lohnt, das Werk des gebürtigen St. Petersburgers neu zu entdecken.

DRESDEN/BONN. Das Diktum vom "Kronjuristen des Dritten Reiches", mit dem der Publizist Waldemar Gurian im Oktober 1934 den Staatsrechtler Carl Schmitt belegte, nachdem dieser die von Hitler angewiesenen Massenerschießungen ohne Gerichtsverfahren vom 30. Juni in der "Deutschen Juristenzeitung" ... weiter lesen

Johann Michael Möllers Essay "Der Osten. Eine politische Himmelsrichtung" ist im Verlag Zu Klampen erschienen. Cover: Verlag

Johann M. Möllers Essay "Der Osten. Eine politische Himmelsrichtung" ist im Verlag Zu Klampen erschienen. Cover: Verlag

Der Journalist Johann Michael Möller erkundet eine "politische Himmelsrichtung" und begibt sich dabei auf die Spuren einer Sehnsucht nach kultureller Selbstbehauptung und der Wiedergewinnung der eigenen Vergangenheit - 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution in den nicht mehr neuen Bundesländern wie auch jenseits von Oder und Neiße.

DRESDEN. Die Hoffnungen, mit denen der Osten nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nach Westen blickte, waren groß – und umgekehrt. Das ist passé. Der Westen hat den Osten abgeschrieben, scheint es. Für den Osten hat der Westen seinen Modellcharakter verloren. Er ist auf der Suche nach einem eigenen Weg auf der Basis eigener Erfahrungen, für die sich im Westen wenige interessieren. Stattdessen dominiert dort die Wahrnehmung als Problemgebilde.

Johann Michael Möllers Essay schildert nach dem ökonomischen und weltanschaulichen Zusammenbruch die Sehnsucht des Ostens nach kultureller Selbstbehauptung und dem Wunsch nach Wiedergewinnung der eigenen Vergangenheit. Die wird dominiert von der Sehnsucht nach Kontrolle über das eigene Leben. Längst überblenden kulturelle Problemwahrnehmungen ökonomische, die aber nicht verschwinden. ... weiter lesen

Die Entwicklung des Kreuzbeinsattels für Dromedare vergrößerte den Bewegungsradius arabischer Stämme schlagartig und machte Handel und Eroberungszüge auch in der Region des Toten Meeres möglich. Foto: Michael Kunze

Der Kreuzsattel - hier ein für die Chemnitzer Ausstellung angefertigter Nachbau - vergrößerte den Bewegungsradius arabischer Stämme für Handel und Eroberungszüge auch in der Region des Toten Meeres beträchtlich. Foto: Michael Kunze

Das Staatliche Museum für Archäologie in Chemnitz zeigt die Sonderausstellung "Leben am Toten Meer". Ein thematisch derart ausgreifendes Panorama der Region mit herausragenden Leihgaben hat es in Europa noch nicht gegeben.

CHEMNITZ. Als Sabine Wolfram vor sechs Jahren nach Israel reist, um über die Geschichte der jüdischen Kaufhausdynastie Schocken zu forschen, machte ihr Barack Obama, gerade auf Staatsbesuch, einen Strich durch die Rechnung. Die Sicherheitsvorkehrungen ... weiter lesen