Pater Maurus Kraß vor dem Hochaltar der Wechselburger Basilika – er ist Benediktinermönch und seit 2012 Prior des Ettaler Tochterklosters in Mittelsachsen. Foto: Michael Kunze
Der Prior des Wechselburger Benediktinerklosters, Pater Maurus Kraß, schaut trotz mancher Herausforderung während seines Dienstes in Kloster Ettal und an der Zwickauer Mulde dankbar auf 40 Jahre Priestertum zurück. Obendrein wirft ein großes geistliches Projekt für die Basilika verheißungsvolle Schatten voraus.
In der Wechselburger Stiftsbasilika, bei sich, mit Gott: Benediktinerpater Joseph Sommer. Foto: Michael Kunze
Andreas Sommer war Pfarrer von Stralsund, sein Sprengel dreimal so groß wie Berlin. Nun ist er im mittelsächsischen Wechselburg Pater Joseph. Geflohen sei er nicht – was dann?
WECHSELBURG. Wer heute an Benediktinermönche denkt, hat in sächsischen Breiten neben dem kleinen Wechselburger Konvent vielleicht Etiketten von Weißbierflaschen im Sinn oder bayerische Urlaubsidylle, nicht aber Ostseeküste „Der Mönch von der Ostseeküste“ weiterlesen →
Sinnbild Passaus neben den drei Flüssen: der Dom, dessen Orgel Reinhard Raffalt besondere Bedeutung zumaß. Deren Spieltisch nannte er einen der drei Throne der Kathedrale. Foto: Michael Kunze
Eine Biographie würdigt den großen Kulturvermittler Italiens, Reinhard Raffalt, zu dessen 100. Geburtstag.
Bautzen – so, wie es sich selbst gern sieht: von der Friedens‑, vormals Kronprinzenbrücke. Foto: Michael Kunze
Ein Gewirr von Giebeln, Türmen, Zinnen: Wer Bautzens Schönheit und Vielfalt zu erspüren sucht, sollte sich Zeit nehmen für die über der Spree sich erhebende, weithin barocke Altstadt auf mittelalterlichem Grundriss.
BAUTZEN. Nur wenige ahnen, dass sich in Bautzen weit mehr auftun lässt als die wichtige Gedenkstätte der einst berüchtigten DDR-Haftanstalt. Während Görlitz längst scharenweise Gäste anlockt, gilt die Stadt an der Spree als „Mehr als der Ort einer einst berüchtigten Haftanstalt“ weiterlesen →
Das Café Prückel zählt zu den wenigen, die an der Wiener Ringstraße überlebt haben und zu den authentischsten Häusern der Innenstadt obendrein. Foto: Michael Kunze
Wo ist Wien zu finden; was macht es aus? Das hängt davon ab, was man sucht. Ein Spaziergang.
WIEN. Wien! „Wer die Stadt nennt“, schrieb Helmuth Burgert 1937, „hört einen Geigenton mitschwingen.“ Als wir uns am Tag nach Christi Himmelfahrt den Weg vom Frühstück im ehrwürdigen Café Prückel über die Wollzeile in die Stadt bahnen, tönen von Ferne andere Klänge. Die USC Trojan Marching Band aus Los Angeles, einst mit Michael Jackson oder Diana Ross auf der Bühne, gibt am Stephansplatz ein Konzert mit Pauken und Trompeten, Tuben, Saxofonen. Sonne satt, wie in Kalifornien, brennt auf die auch mit Tanzeinlagen aufwartende Kapelle und die Menschenscharen vor „Als Flaneur an der Donau“ weiterlesen →
Schwester Maria Mechtild Buttala ist Priorin des Zisterzienserklosters Marienthal im südostsächsischen Ostritz. Foto: Michael Kunze
Sie hatte alles, wovon viele Menschen träumen: eine gute Anstellung, eine schöne Wohnung, ein schnelles Auto. Doch Iris Buttala fand darin keine Erfüllung und wählte einen andern Weg.
MARIENTHAL. Fassungslos seien ihre Eltern gewesen. Die Mutter wähnt sie in einer Midlife-Crisis. Arbeitskollegen reagieren nicht anders. „Hätte ich eine Bank ausgeraubt“, so Schwester Maria Mechtild Buttala beim Gespräch im Zisterzienserinnenkloster St. Marienthal, „wären die Äußerungen nicht schlimmer vorstellbar gewesen.“ Dabei sind es Reaktionen von Familie und Freunden auf den Entschluss, Nonne zu werden.
Geboren 1958 im hessischen Darmstadt, wächst sie mit zwei jüngeren Geschwistern im Südwesten Bayerns auf – die Mutter katholisch, der Vater lutherisch. Sie erlebt in der Familie die seinerzeit verbreiteten konfessionellen Spannungen, wird römisch-katholisch getauft. In ein Kloster einzutreten, einen Orden – in ihrer Jugend sei das kein Thema gewesen, obwohl die familiären Umstände eher halfen, ihre Glaubenspraxis zu vertiefen. „Ich habe immer gebetet und gegenüber meiner evangelischen Großmutter, die gern ein wenig provozierte, meinen Glauben verteidigt“, sagt sie in der Rückschau. Auch Buttala durchlebt Phasen, in denen beispielsweise die Sonntagsmesse für sie nicht obligatorisch ist. „Von BMW ins Kloster“ weiterlesen →
In der Jakobikirche des heutigen Werdauer Ortsteils Königswalde tagte das weit über Südwestsachsen hinaus bekannte Christliche Friedensseminar seit 1979. Foto: Michael Kunze
„Hoffnung“, hatte Václav Havel einst gesagt, „ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“[1] Diese Hoffnung hat viele Menschen, die in der DDR mit der gesellschaftlich-politischen Wirklichkeit unzufrieden waren, angetrieben – auch im Südwesten des heutigen Freistaats Sachsen, im damaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt, Kreis Werdau.
Petrus Legge, Bischof von Meißen, bei einer Firmung in Seitendorf mit Pfarrer Edmund Grohmann (1869–1969). Die Aufnahme ist vor 1945 entstanden. Seitendorf war eines der wenigen Dörfer im „Zittauer Zipfel“ mit katholischer Bevölkerungsmehrheit. Foto: Zentrum für Kultur//Geschichte (Niederjahna)
Auch Sachsen musste nach dem Zweiten Weltkrieg Gebiet abtreten. Das ist heute kaum mehr bekannt – ebenso wenig, dass davon die Kirchenstrukturen betroffen waren. Eine neue Studie ruft die Umstände in Erinnerung.
ZITTAU/DRESDEN. Tief hat sich der 22. Juni 1945 ins Gedächtnis der Bewohner des östlich der Lausitzer Neiße gelegenen „Zittauer Zipfels“ einst eingegraben. Ein polnischer Räumungsbefehl ließ ihnen seinerzeit keine andere Wahl, als Haus und Hof gen Westen zu verlassen. Nur wenige durften (zunächst) bleiben. Denn was kaum noch bekannt ist: Nicht nur Schlesier, Pommern, Ostbrandenburger und ‑preußen mussten ihre Heimat nach dem Weltkrieg aufgeben. Auch Sachsen trat im Zuge der von Stalin forcierten „Westverschiebung“ Polens Territorium ab. „Katholische Grenzfragen“ weiterlesen →
Prälat Günter Hanisch, Propst i.R. (Leipzig 1929 – Dresden 2020), von 1957 bis 1971 im damaligen Karl-Marx-Stadt im priesterlichen Dienst. Foto: Bistum Dresden-Meißen
Am Pfingsttag ist Propst Günter Hanisch gestorben, der in der Zeit des Baus der Berliner Mauer prägende Jahre an der Chemnitz verbracht hat. Die spätere Arbeit des gebürtigen Leipzigers, der sich bleibende Verdienste in der Friedlichen Revolution erworben hat, erregte in den 1990er-Jahren bundesweit Aufmerksamkeit, da sie das schwierige Verhältnis Kirche-DDR verdeutlicht.
CHEMNITZ/LEIPZIG/DRESDEN. Günter Hanisch, der als junger katholischer Priester 1957 nach Karl-Marx-Stadt gekommen war und bis 1971 blieb, ist tot. Der einstige Studentenseelsorger an der Technischen Hochschule, die 1986 zur Universität erhoben wurde, starb am Sonntag im Alter von 90 Jahren. Das hat der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, mitgeteilt.
Während seiner Karl-Marx-Städter Zeit war Hanisch Propsteikaplan und Rektor des in Leisnig gegründeten, ab 1967 in Altchemnitz angesiedelten Seminars für den kirchlich-caritativen Dienst, in dem Sozialarbeiter („Fürsorger“) ausgebildet wurden. „Der Mauerbau prägte uns sehr“, sagte Prälat Hellmut Puschmann. Wie Hanisch war „Einstiger Karl-Marx-Städter Studentenseelsorger gestorben“ weiterlesen →
In einem kunstvoll mit Szenen aus seinem Leben verzierten Altar-Marmoraufsatz ist der Heilige Donatus im Dom von Arezzo beigesetzt. Die Gebeine wurden 1340 von der alten Kathedrale in die neu errichtete überführt. Foto: Michael Kunze
Das große Leid der Menschen südlich der Alpen in der Corona-Pandemie lässt auch viele hierzulande nicht kalt. Doch kaum bekannt ist: Freiberg weist wie keine andere Stadt in der Diözese Dresden-Meißen Bezüge zu einem Norditaliener auf, der nicht nur ein auch unter Katholiken kaum bekannter Fürsprecher ist, sondern nach dem in der Silberstadt etwa der einstige Pestfriedhof benannt wurde.
FREIBERG/AREZZO. Stadt und Provinz Arezzo sind wie andere in Oberitalien derzeit vom Coronavirus besonders geplagt. Vergleiche mit Pestepidemien kursieren. Der Friedhof, auf dem in Freiberg früher Seuchenopfer beigesetzt wurden, trägt den Namen eines Mannes, der einst in Norditalien „Ein beinahe vergessener Bistumspatron“ weiterlesen →
Die Auswirkungen durch Coronavirus und Schutzmaßnahmen sind für Gläubige gravierend: keine Gottesdienste, Andachten, Kreise, Ausfahrten. Für Katholiken ist gar die Sonntagspflicht ausgesetzt. Geistliche Impulse kommen nun per E‑Mail, Whatsapp, Telefon.
Das St.-Pius-Haus in Schirgiswalde, umgeben von einem großen Park, hat einen neuen Eigentümer, nachdem es das katholische Domkapitel in aller Stille verkauft hat. Vor 175 Jahren wurde in dem einstigen Sommersitz hoher kirchlicher Würdenträger sächsisch-böhmische Geschichte geschrieben. Foto: Michael Kunze
Jahrelang wollte das Domkapitel St. Petri zu Dresden den früheren Sommersitz in Schirgiswalde bei Bautzen mangels Verwendungsmöglichkeiten veräußern. Nun ist es, kurz vor einem wichtigen Jubiläum, gelungen – unklar bleibt vorerst, an wen.
SCHIRGISWALDE/DRESDEN. Wie erst jetzt öffentlich wurde, hat das Domkapitel St. Petri zu Dresden seine frühere, auch als sächsisches Castel Gandolfo bekannte Sommerresidenz in Schirgiswalde verkauft. Das um 1700 errichtete und später umgebaute St.-Pius-Haus mit großzügigem Park, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg eine Kirchenmusikschule untergebracht war und später ein katholischer Kindergarten, der 2006 auszog, stand danach leer. Das katholische Domkapitel als Eigentümer suchte mangels eigener Verwendungsmöglichkeiten und auf „Verkauft, doch weiter unsaniert“ weiterlesen →
Vor 65 Jahren starb der heute weithin vergessene katholische Publizist Waldemar Gurian. Es lohnt, das Werk des gebürtigen St. Petersburgers neu zu entdecken.
DRESDEN/BONN. Das Diktum vom „Kronjuristen des Dritten Reiches“, mit dem der Publizist Waldemar Gurian im Oktober 1934 den Staatsrechtler Carl Schmitt belegte, nachdem dieser die von Hitler angewiesenen Massenerschießungen ohne Gerichtsverfahren vom 30. Juni in der „Deutschen Juristenzeitung“ „Auf die Autorität verweisen“ weiterlesen →
FRANKFURT/DRESDEN. Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls blickt der Frankfurter Schriftsteller Martin Mosebach zurück und voraus: wo und wie er den Mauerfall 1989 erlebte und die Jahre seit der deutschen Wiedervereinigung. Außerdem gibt der 68 Jahre alte Büchner- und Kleistpreisträger Auskunft darüber, was für ihn Europa mit der Europäischen Union zu tun hat und welche Rolle „„Mein Bild von Europa hat mit der aktuellen Organisationsform wenig zu tun““ weiterlesen →
Differenzen zum Verhältnis von Staat und Kirche behutsam ausgetragen: Der sächsische Landtagsfraktionsvorsitzende der Partei Die Linke, Rico Gebhardt (2. v. l.), diskutierte am 8. Mai 2019 auf Schloss Rochlitz mit dem Leiter des Katholischen Büros, Daniel Frank (2. v. r.), sowie Benediktiner-Pater Ansgar Orgaß (r.). Es moderierte Daniel Heinze (Radio PSR). Foto: Michael Kunze
Wie viel Kirche braucht das Land? Darüber ist auf dem „Sachsen-Sofa“ in Schloss Rochlitz diskutiert worden. Ohne einen Streit im Januar hätte es die Veranstaltung wohl nicht gegeben.
Die auf 1873 datierte Medaille ist wohl im Kontext der Renovierung der Wechselburger Schlosskirche und der Geburt des ersehnten Erben im gleichen Jahr in Rom entstanden (Inschrift: „Wechelsburgi“ statt „Wechselburgi“). Sie zeigt das in der römischen Kirche Sant‘ Alfonso aufbewahrte Gnadenbild Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe. Eine Kopie davon schenkte Papst Pius IX., dessen Konterfei auf der Rückseite abgebildet ist, dem Grafen von Schönburg. Foto: Elisabeth Meuser
Vor 150 Jahren konvertierte der protestantische Carl von Schönburg-Glauchau. Ein langer, hart geführter Kulturkampf folgte, der über Sachsen hinaus beträchtliches Aufsehen erregte.
WECHSELBURG. „Graf unter Polizeischutz“, Kontroversen in der sächsischen Presse, von der römischen „ungebührlich aufgebauscht“, „erhebliche Unruhe in konservativen protestantischen Adelskreisen“, Untertanen verweigern Kirchengebet – so lauten „Als der Graf katholisch wurde“ weiterlesen →
Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, ist am 12. November im mittelsächsischen Wechselburg zu Gast gewesen. Anlass dafür war die Erhebung der ehemaligen Stiftskirche zur „Basilica minor“. Foto: Michael Baudisch
Die ehemalige Stiftskirche in Wechselburg ist als erste jenseits Berlins in Ostdeutschland zur „Basilica minor“ erhoben worden. Was bedeutet das?
WECHSELBURG. Seit dem 18. Jahrhundert wird der Ehrentitel „Basilica minor“ von den Päpsten in Rom an besondere Kirchen weltweit verliehen – nun auch an die frühere Wechselburger Stifts- und heutige Pfarr‑, Kloster- und Wallfahrtskirche „Heilig Kreuz“. Längst wird „Weltkulturerbe auf Katholisch“ weiterlesen →
Die Juristin und Publizistin Liane Bednarz warnt vor „Angstpredigern“ in den Kirchen. Foto: privat
DRESDEN. Die Anzahl der Christen nimmt in Deutschland zwar ab. Laut der Publizistin Liane Bednarz, Autorin des Buches „Die Angstprediger“, gibt es unter ihnen indes einflussreiche Rechte, die in Parteien und Kirchen aktiv sind und vor „Islamisierung“, „Ehe für alle“ oder „Genderwahn“ warnen. Ein Gespräch über aktuelle Entwicklungen.
Unter Christen dürften Rechte, die Sie von den Konservativen abgrenzen, eine kleine Minderheit sein. Braucht es da Ihr Buch?
Ja, das braucht es, da es zwar um eine, gemessen an der Gesamtzahl der Kirchenmitglieder, kleine Gruppe geht. Doch die ist nicht nur in sozialen und anderen Medien „Radikale im Namen des Herrn“ weiterlesen →
Pater Ansgar Orgaß vom Wechselburger Benediktinerpriorat bei einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Rochlitzer Schlossplatz im Jahr 2015. Foto: privat
Was Mittelsachsen über ihren Landkreis sagen, der vor zehn Jahren gegründet worden ist. Heute: Pater Ansgar, Benediktinermönch und katholischer Pfarrer von Wechselburg und Burgstädt.
WECHSELBURG. 25 Jahre ist Pater Ansgar im August in Wechselburg zu Hause, mit wenigen Unterbrechungen – etwa für sein Theologiestudium Anfang der 1990er-Jahre. Seit 2010 leitet der Benediktinermönch die hiesige katholische Pfarrei, zu der seit 2005 auch Burgstädt gehört. Die Zusammenlegung der vormals selbstständigen Landkreise in mehreren Etappen zu einem großen hat er daher miterlebt.
Die jüngste Verwaltungsreform, die lange die Gemüter erregte, ließ ihn dennoch einigermaßen ungerührt. Zwar stehen auch die Strukturen der katholischen Kirche mangels junger Pfarrer und wegen schrumpfender Gläubigenzahl unter Druck – auf dem Gebiet der Pfarrei seien nur etwa 1,8 Prozent der Bürger Katholiken, sachsenweit sind es knapp 4 Prozent. Zur Kreisgebietsreform stand das aber in keiner Verbindung. „Nah an den Menschen“ weiterlesen →